Die neue Glitter ist da!

Queere Literatur

GLITTER will nichts weniger als den Literaturbetrieb und die Narrative unserer Gesellschaft umkrempeln und queere Literatur mit derjenigen Selbstverständlichkeit in den Mittelpunkt rücken, die ihr gebührt. Jetzt ist Ausgabe #4 der Literaturzeitschrift da. Auch Texte von Berner*innen sind drin.

Die vierten Ausgabe von GLITTER, die erste (und noch immer einzige), queere Literaturzeitschrift im deutschsprachigen Raum ist da. Sie nennt sich selbst die «Gala der Literaturzeitschriften», was etwas irreführend ist. Wer nämlich bunte Bilder von attraktiven Literaturschaffenden und Klatsch aus der Zunft der Schreibenden erwartet, wird enttäuscht sein. Doch wer auf gute Text aus queerer Sicht steht, wird GLITTER lieben.

Die Herausgeber*innen von GLITTER finden, das queere Literatur nicht in eine Nische gehört. Mit der Zeitschrift will GLITTER nichts weniger als den Literaturbetrieb und die Narrative unserer Gesellschaft umkrempeln und queere Literatur mit derjenigen Selbstverständlichkeit in den Mittelpunkt rücken, die ihr gebührt.

Donat Blum, Gründer, Redaktionsmitglied und Herausgeber von GLITTER schreibt im Editorial: «Vielfältig ist sie geworden: die neue Glitter. Und damit ein Gegenbeweis zu so vielem, das falsch läuft im deutschsprachigen Literaturbetrieb: Schwarze Autor*innen, People of Color, Frauen* oder Queers schreiben nicht gut genug, um im Feuilleton besprochen, um mit Förderbeiträgen und Preisen ausgezeichnet zu werden? Sind zu sehr ‹Nische›, um verlegt zu werden? Queere Themen gehen nur Queers etwas an? Viel zu oft wird Stil mit Homogenität verwechselt. Der Stil von Glitter aber ist Vielfalt. Da steckt eine gehörige Menge Trotz dahinter. Oder Widerstand. Das, was Queer-Sein eben auch bedeutet: Sich der Norm nicht beugen, sondern eigene Regeln schaffen. Wo lässt sich das besser ausleben als in der Literatur?»

Bei der Auswahl der Texte verzichtet GLITTER bewusst auf enge thematische oder formale Einschränkungen. «Wir wollen nicht vorschreiben, was geschrieben werden soll, sondern hinschauen, was geschrieben wird, was Autor*innen beschäftigt, welche Literatur unabhängig vom Verkaufsdruck erträumt wird.»

Glitter ist eine kuratierte Zeitschrift mit eigenen Regeln. Regeln, die sich nicht am Markt orientieren, nicht am Erfolg anderer, sondern am Umgang mit Sprache, an der Gegenwart und an der Gesellschaft. Die Redakteur*innen – selber Autor*innen – folgen der Utopie, dass es einen Literaturbetrieb geben kann, der mit offenen Ohren zuhört. Die ausgewählten Texte sind eine Mischung aus gezielt angefragten und auf gut Glück zugesandten Texten. Sie alle sind queer – was die Perspektive der Texte und/oder die Perspektive der Autor*innen betrifft. «Mit Glitter wollen wir dazu beitragen, dass sich endlich auch im deutschsprachigen Raum durchsetzt, was eigentlich seit jeher klar ist: Literatur lebt vom Unbekannten. Sie kann Brücken bauen. Zwischen den sieben Komma sieben Milliarden Welten dieser Welt.»

Christoph Geiser, Kim de l’Horizon und Nadine Ritzer

 

Die Berner*innen

In der vierten Ausgabe finden sich Kurzgeschichten, Essays und Gedichte von 36 ausgezeichneten Autor*innen. Es sind Texte von literarisch hoher Qualität und einer möglichst grosse intersektionalen Breite. Auch drei Autor*innen aus Bern sind dabei. Der bekannte Romanschriftsteller und aktueller Gewinner des Schweizerischen Literaturpreises Christoph Geiser ist mit dem nachdenklich forschenden, aussergewöhnlich poetischen Text «Friedlos» vertreten. Der genderfluide und aufsteigende Stern am Literaturhimmel Kim de l’Horizon hat den furioser Bühnentext «Diffractions of Some Cyborg Starlight Whales» beigetragen und Nadine Ritzer, die Historikerin und Dozentin für (fast) alle(s), hat einen «Mikrotext» geschrieben.


Mehr über GLITTER findest du hier:
www.glitter-online.org
www.facebook.com/glitteratur
insta: glitter_magazin

Und hier kannst du die Zeitschrift bestellen:
www.queerbooks.ch

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