DJ Coreys MusikTipps Mai 2026

Jessie Ware, Honey Dijon, MUNA, Kacey Musgraves, Rostam, Dua Saleh, Khelani, Durand Bernarr, Silva,Thibaut Pez, Montemarco

Ab in den Disco-Frühling mit Jessie Ware. Ab ins Nachtleben mit Honey Dijon. Ab in die queere Indie-Disco mit MUNA. Das neue Country-Pop-Album von Kacey Musgraves nach dem Exil. Coole queere Indie-Pop-Held*innen: Rostam und Dua Saleh. Queerer R&B mit Khelani und Durand Bernarr. Queer-Pop aus Brasilien: Silva. Queer French Pop mit Thibaut Pez und Montemarco.


JESSIE WARE

Superbloom (EMI/Universal)

Seit ihrer grandiosen musikalischen Neuerfindung als reife Disco-Diva mit «What’s Your Pleasure» (2020) und «That! Feels good!» (2023) setzt Jessie Ware mit «Superbloom» ihren Disco-Marathon für die Ü40-Generation nahtlos weiter. «Superbloom» treibt musikalische Blüten von wunderbarer Schönheit und sorgt für einen weiteren genussvollen Disco-Höhepunkt in Jessie Wares Karriere. Das Album ist eine himmlische Orgie voller Soul, Funk, Disco und House, üppig produziert und mit Wares goldener Soul-Stimme veredelt, die alle Register zwischen Sex und Sinnlichkeit, Körperlichkeit und Emotionalität zieht.


HONEY DIJON

The Nightlife (SOS)

Nach dem Black-Empowerment von «Black Girl Magic» (2022) und dem Gospel-Disco-Gottesdienst «Saturday Church» (2025) widmet sich die engagierte Transgender-Künstlerin nun dem Nachtleben in den queeren Clubs zwischen New York und Berlin. Auf dem schweißtreibenden neuen Opus «The Nightlife» erweitert die DJ-Ikone ihren bewährten Sound aus House und Techno um funky Beats, R&B und eine Prise Pop. Eine beeindruckende Liste von Gastsänger/innen, die von Greentea Peng, Chlöe, Madison McFerrin, Rochelle Jordan bis Jacob Lusk (Gabriels) reicht, setzt den Dance-Tracks das berühmte i-Tüpfelchen auf.


MUNA

Dancing On The Wall (Saddest Factory Records)

Mit dem vierten Opus «Dancing On The Wall» beendet das queere Trio MUNA aus Los Angeles eine vierjährige Pause und landet prompt auf der Tanzfläche der Indie-Disco. MUNA befasst sich mit Sehnsucht, Intimität und Verbundenheit vor dem Hintergrund einer politisch grausamen Welt. MUNA macht sich zum musikalischen Sprachrohr einer Generation, die durch Unsicherheiten navigiert und sich dezidiert weigert, die Freude am Leben und die Zuversicht aufzugeben. Mit diesem Album zeigt MUNA, dass Indie-Dance-Pop gleichzeitig euphorisch, persönlich und sozialkritisch sein kann.


KACEY MUSGRAVES

Middle of Nowhere (Kacey Musgraves)

Nach dem Honeymoon-Album «Golden Hour» (2018), dem Scheidungsalbum «star-crossed» (2021) und dem folkigen Selbstfindungsalbum «Deeper Well» (2024) ist Kacey Musgraves auf «Middle Of Nowhere» in ihren texanischen Heimatskaff zurückgekehrt, um sich von einer Trennung zu erholen. Die Country-Pop-Queen und LGBTQI-Ally besinnt sich auf ihre musikalischen Wurzeln und verarbeitet mit wortwitzigen und intimen Texten die längste Single-Phase ihres Lebens. In der famosen Single «Dry Spell» (Trockenperiode) beschwert sich Kacey Musgraves darüber, wie ein Jahr ohne Sex sie in einen Zustand von Dauergeilheit versetzt hat.


ROSTAM

American Stories (Matsor Projects)

Auf seinem dritten Solo-Album «American Stories» befasst sich Rostam, ehemaliger Vampire-Weekend-Mitbegründer, mit den kulturellen Welten, die in ihm wohnen. Der queere iranisch-amerikanische Künstler und Produzent verwebt auf den neuen Songs Elemente von Americana mit der traditionellen persischen Musik seiner Kindheit. In «Back Of A Truck» erzählt Rostam eine queere Liebesgeschichte während eines Roadtrips von New York nach Provincetown. Rostam versteht den Song als Versuch, ein typisch amerikanisches Bewegungsgefühl und die Erinnerung an einen lieben Menschen einzufangen.


DUA SALEH

Of Earth & Wires (Dua Saleh, Ghostly International)

Dua Saleh, nichtbinäre*r Künstler*in (they/them), lebt in Minneapolis und ist als Kind mit ihrer Familie aus dem Sudan in die USA geflohen. Saleh wurde zuerst bekannt durch die Rolle von Cal Bowman in der Netflix-Serie «Sex Education». Saleh kann nicht nur schauspielern, sondern auch Musik machen. Salehs Zweitling «Of Earth & Wires» ist ein Konzeptalbum über ein queeres Pärchen in einer post-apokalyptischen Welt. Saleh greift Themen wie Heimat, Menschlichkeit und Widerstandskraft auf. Salehs Sound bewegt sich souverän zwischen Indie, R&B und elektronischem Pop, mit Einflüssen aus sudanesischer Volksmusik, UK-Dance und Reggaeton. In ihre Songs lässt Saleh ihre Queerness und Fluchtgeschichte einfließen. In zwei Stücken wirkt der Folk-Barde Bon Iver als Gast mit. 


KHELANI

Khelani (Atlantic Records Group)

DURAND BERNARR

BERNARR. (Durand Bernarr)

Zwei queere R&B-Stimmen melden sich nach ihren aktuellen Grammy-Triumphen zurück. Auf ihrem selbstbetitelten fünften Werk reist Khelani in die frühen 2000er-Jahre zurück. Sie stellt ihre gefühlvolle Stimme in den Dienst des klassischen R&B, schafft es aber gleichzeitig, diesem Genre einen modernen Twist zu verpassen. Herzschmerz-Balladen, sexy Slow Jams und Party-Songs: alles gelingt Kehlani perfekt, sei es allein oder mit ihren vielen Gästen. Das vierte Album von Durand Bernarr «Bernarr.» ist ein Liebesbrief an seinen Vater, einen erfolgreichen Toningenieur, der ihm das musikalische Handwerk beigebracht hat. Albumcover und Songs erinnern stark an klassische R&B-Alben und -Stars der 80er-Jahre, wie z.B. an Luther Vandross oder an Whitney Houston. Durand Bernarr setzt aber deutlich mehr auf funky Leichtigkeit als auf Drama.


SILVA

Rolidei (Som Livre)

Der bisexuelle brasilianische Sänger und Musiker Silva ist eine feste Grösse in der modernen brasilianischen Musikszene. Nach der Schwermut seines intimen Albums «Encantado» von 2024 kehrt Silva mit «Rolidei» zu der poppigen Leichtigkeit und den positiven Vibes zurück, die seine früheren Erfolge kennzeichnen. «Rolidei» klingt wie ein Tag am Meer, strotzt nur von Sonnenschein, Strand und Salzwasser. Silva hält mühelos die Balance zwischen Anspruch und Zugänglichkeit und erweist sich als entspannter Interpret der brasilianischen Lebensfreude zwischen Bossa Nova, hawaiianischen Boleros und Samba.


THIBAUT PEZ

Mauvais Sang (Sur Un Trapeze)

DJ Ludwig und ich verfolgen die Karriere von Thibaut Pez praktisch von Anfang an. Der schwule Electro-Pop-Chanson-Künstler, der in Paris lebt, betreibt nun auf verschiedenen Plattformen den Podcast «Mauvais Sang» zum Thema «queere Kindheit». Mit der gleichnamigen EP, die ein bisschen elektronischer als gewohnt klingt, taucht Thibaut Pez erneut in seine Kindheitserinnerungen ein. Im fesselnden Titelsong geht es um den Moment, in dem er beschließt, seine queere Identität zu akzeptieren. Thibaut Pez heilt die Wunden seiner Kindheit, befreit sich von toxischen Beziehungen und von der Angst, ein schlechter Sohn zu sein. Mit «Mauvais Sang» gelingt Thibaut Pez eine kathartische, prachtvolle Hommage an sein jüngeres Ich.


MONTEMARCO

1, 2, 3 (Polydor France)

Montemarco, ein Singer-Songwriter aus Südfrankreich, ist eine der neuen wichtigen queeren Stimmen des French Pop. Insbesondere während des Lockdowns hat er sich mit seinen -Coverversionen im Netz für mehr queere Sichtbarkeit eingesetzt. Beeinflusst von Pomme, Charlotte Cardin und Lucky Love, macht Montemarco elegante Electro-Pop-Chansons mit einem Hauch Melancholie. In seinen persönlichen und intimen Texten befasst er sich mit Liebe, queerer Identität und mentaler Gesundheit. Nach der vielbeachteten Debüt-Singles «Le roi choisit la dame» und «Poupée» veröffentlicht Montemarco seine erste EP «1, 2, 3». Im Eröffnungsstück «Monstre» beschreibt er die Schwierigkeit, sich anderen gegenüber zu öffnen und die Angst, durch das eigene Verhalten andere Menschen zu vertreiben.


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Die Musiktipps von DJ Corey immer am 1. Sonntag im Monat im QueerUp Radio auf Radio RaBe
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