
Am 29. März 2026 finden im Kanton Bern die Gesamterneuerungswahlen des Grossen Rates und des Regierungsrates statt. Für die 160 Sitze im Parlament kandidieren auf 160 Listen 2261 Personen – eine Rekordbeteiligung. Die Staatskanzlei zählt 907 Frauen und 1354 Männer, dass darunter 4 Menschen sind, die sich als nonbinär oder genderqueer definieren, wird in ihrer Medienmitteilung nicht erwähnt.
Fünf queere Fragen
Die AG Politik und Gesellschaft von hab queer bern haben an die einzelnen kantonalen Parteien einen Fragebogen verschickt – mit der Bitte diese doch an ihre queeren oder queer-freundlichen Kandidat*innen weiterzuschicken. Das hat wunderbar funktioniert. Von den 44 Personen die den Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt haben, politisieren vier Personen in der SVP, zwei in der Mitte, vier für die Grünliberalen, neun bei den Grünen (Grüne Freie Liste, Grünes Bündnis, Grüne), 20 bei der SP (SP, JUSO), zwei bei der Volt Schweiz und je einer für die FDP und die EVP. Um in diese Liste aufgenommen zu werden, wird keine Zugehörigkeit zu hab queer bern vorausgesetzt. Zudem gibt hab queer bern keine explizite Empfehlung zur Wahl ab. Also lies die Antworten der Kandidierend und triff deine eigene Wahl.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Die Antworten
Von folgenden Personen haben wir Antworten erhalten. Sortiert nach Wahlkreis und alphabethisch nach Nachnamen.
➞ Wahlkreis Bern
Lea Bill | Regula Bühlmann | Nik Eugster | Julia Feldmann | Thomas Fuchs | Christian Gremaud | Barbara Keller | Urs Kuratli | Frédéric Mader | Dominic Nellen | Fabio Peter | Ursina Riedel | Michael Ruefer | Judith Schenk | Janine Wicki | Karel Ziehli | Patrick Zillig | Vera Zotter
➞ Wahlkreis Berner Jura
➞ Wahlkreis Biel-Bienne – Seeland
Isabelle Brechbühl | Manuela Kocher Hirt | Matilda Leonarz | Oliver Matti
➞ Wahlkreis Emmental
➞ Wahlkreis Mittelland-Nord
Lukas Bühlmann | Stefan Gisiger | Fiona Hofer | Irene Hügli | Joël Klaus | Matthias Marthaler | Catherine Meyer | Andreas Schlecht | Marcel Stolz
➞ Wahlkreis Mittelland-Süd
Michael Bürki | Andreas Hauser | Maja Neuenschwander
➞ Wahlkreis Oberaargau
➞ Wahlkreis Oberland
➞ Wahlkreis Thun
Du bist queer und stellst dich auch zur Wahl? Wenn du den Fragebogen ebenfalls ausfüllen willst, hier ist das Formular: https://habqueerbern.ch/angebote/politik/wahlen-2026/
Wahlkreis Bern
Lea Bill
Wahlkreis: Bern
Partei: Grünes Bündnis
Listen- und Kandidierendennummer: 10.06.5
- Im Alltag lebe ich offen queer: Sowohl an meinem Arbeitsplatz wie auch in der Politik wissen alle, dass ich eine Freundin habe und mit ihr zusammen einen Sohn. Zudem bewege ich mich im privaten Leben zu grossen Teilen in der queeren Community und auch gegenüber meiner Familie bin ich offen. Es geschieht mir allerdings oft, dass ich mein Lesbisch sein nicht «an die grosse Glocke hänge»; meine Freundin einmal weniger erwähne und mir gut überlege, wann ich in der Öffentlichkeit ihre Hand halte. Und wir überlegen uns gut, wo wir unsere Ferien verbringen und wie wir uns da verhalten.
- Die Sichtbarkeit von offen queeren Menschen erachte ich als sehr wichtig – als Vorbilder, als Mitkämpfer*innen, als sicheren Hafen. Selbstverständlich ist mir hier die Sichtbarkeit von Lesben wichtig, weil ich mich dazu zähle. Für mich ist aber zentral, dass alle Queers sichtbar sind. Denn wir profitieren alle gegenseitig von der jeweiligen Sichtbarkeit und nur gemeinsam wird es uns gelingen, gegen Diskriminierung zu kämpfen und für unsere Rechte einzustehen.
- Das Grüne Bündnis setzt sich für die besseren Verfolgung von Hate Crimes ein und unterstützt deshalb auch das Stadtberner Projekt «Bern schaut hin». Grundsätzlich dürfen wir nicht aufhören, zu wiederholen, dass Übergriffe jeglicher Art ein No-Go sind und die gesamte Gesellschaft hier gefragt ist. Selbstverständlich spricht sich das Grüne Bündnis für ein Verbot von Konversionstherapien aus. Solche Therapien zeugen von maximaler Intoleranz und haben schreckliche Konsequenzen für Betroffene.
- Der 3. Geschlechtseintrag, das Verbot von Konversionstherapien und die Möglichkeit der Anerkennung eines gemeinsamen Kindes für nicht-hetero Paare bereits bei der Geburt. Gleichzeitig ist die Unterstützung von queeren Menschen mithilfe von Beratungsangebote und Anlaufstellen zentral.
- hab queer bern kann einerseits selbst auf die Themen aufmerksam machen und andererseits auch die unterschiedlichen Organisationen und Politiker*innen zusammenbringen.
Regula Bühlmann
Wahlkreis: Bern
Partei: Grüne
Listen- und Kandidierendennummer: 10.03.1
- Ich selbst bin straight Ally, bewege mich jedoch oft in einem ziemlich queeren Umfeld und setze mich beruflich und politisch für queere Rechte ein.
- Ich habe nichts zu verstecken und stehe gern und sichtbar für queere Rechte ein.
- Meine Partei befürwortet dezidiert ein Verbot von Konversionstherapien und befürwortet und unterstützt selbstverständlich die Bekämpfung von Hate Crimes.
- Schutz vor Diskriminierung und Hate Crimes. Safers Spaces für alle, also Universal-Toiletten, -Garderoben, -Duschen usw. Berücksichtigung der Bedürfnisse insbesondere nach Schutz von queeren Menschen im Asylwesen. Diskriminierungsfreier Sport, also auch niederschwelliger Zugang für Personen, die nicht der binären Geschlechterlogik entsprechen.
- Ich schätze den konstruktiven Austausch mit hab queer bern sehr und pflege diesen gern auch weiterhin.
Nik Eugster
Wahlkreis: Bern
Partei: FDP
Listen- und Kandidierendennummer: 06.08.4
- Sehr offen. Ich engagiere mich seit meiner Jugend offen für unsere Community, sei das bei HAB, Pink Cross, Network oder den Partys wie die Queerhübeli, die ich zusammen mit Freunden organisiere.
- Ich sehe da überhaupt kein Problem.
- Ich habe den Vorstoss für das Verbot von Konversationstherapien geschrieben, der dann von Anna Linder vor zwei Jahren überparteilich im Grossen Rat eingereicht wurde. Der Vorstoss wurde auch von unserer Grossratsfraktion bedingungslos unterstützt. Auch beim Thema Hate Crime sind wir uns einig.
- Gerade das Thema des Verbots von Konversationstherapien liegt mir sehr am Herzen. Das würde ich gerne auch im Grossrat tun.
- hab queer bern bietet eine tolle Basis, wenn es darum geht, Sichtbarkeit zu erzeugen. Bei Referenden und Abstimmungsvorlagen müssen wir spürbar sein und unsere Rechte verteidigen. Dazu braucht es hab queer bern.
Julia Feldmann
Wahlkreis: Bern
Partei: Grüne Freie Liste
Listen- und Kandidierendennummer: 09.13.0
- Ich lebe offen queer
- Ich lebe offen queer und finde es gut, wenn Menschen sehen, dass queere Personen ganz selbstverständlich Teil der Gesellschaft sind.
- Die GFL setzt sich klar für den Schutz von LGBTQ*-Personen ein. Hate Crimes müssen konsequent bekämpft werden, und diskriminierende Praktiken wie Konversionstherapien sollen verboten werden.
- Mir ist wichtig, dass queeres Leben in allen Lebensphasen, besonders auch im Alter, selbstverständlich und frei von Diskriminierung möglich ist. Mein Ziel ist, dass Vielfalt einfach als normaler Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen wird.
- Mir ist der Austausch mit der Community wichtig. hab queer bern kann mich unterstützen, indem ihr Anliegen, Erfahrungen und konkrete Themen aus der Community einbringt. So können wir gemeinsam dafür sorgen, dass queere Perspektiven stärker in der Politik vertreten sind.
Thomas Fuchs
Wahlkreis: Bern
Partei: SVP Stadt Bern
Listen- und Kandidierendennummer: 15.01.6
- Ja von A-Z und ich empfehle dies auch allen. Es braucht sich niemand zu verstecken und man ist nicht erpressbar.
- Je normaler man mit dem Thema umgeht umsoweniger führt es zu unnötigen Diskussionen und Vorurteilen. Wichtig ist es, dass wir Migranten klare Grenzen setzen. Wer hier in unserem Land zu Gast ist, hat sich unseren Sitten und Gebräucnen anzupassen und nicht umgekehrt.
- Hate Crime: hier gilt eine Nulltoreranz, Gewalt darf nicht beschönigt werden. Konversionstherapien sind kaum je sinnvoll oder wirksam. Wir haben in diesem Land aber schon genug Verbote und Regulierungen. Lächerlich wird es für mich, wenn LGBT für Palästina demonstrieren, wenn man weiss dass dort LGBTQ:Menschen umgebracht werden.
- Keine Diskriminierungen irgendwelcher Art zulassen.
- Ich bin seit über 30 Jahren Mitglied. Es braucht Leute die sich engagieren und für ihre Überzeugung kämpfen.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Christian Gremaud
Wahlkreis: Bern
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 02.06.2
- Ich lebe meine queere Identität sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben offen aus. Für mich ist Sichtbarkeit ein wichtiger Bestandteil einer offenen und inklusiven Gesellschaft. Gleichzeitig sollte jede Person selbst entscheiden können, wie sichtbar sie sein möchte. Mein persönlicher Lebensweg hat mich auch stark für die Situation von Minderheiten sensibilisiert. Ich bin gehörlos und komme aus der Romandie in einem mehrheitlich deutschsprachigen Kanton. Das bedeutet, dass ich mit mehreren Minderheitenidentitäten lebe. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen und strukturellen Hindernisse bin ich sehr stolz auf diese vielfältigen Identitäten. Sie prägen mich und motivieren mich, mich für eine offenere und respektvollere Gesellschaft einzusetzen.
- Sichtbarkeit ist wichtig, da sie dazu beiträgt, verschiedene Lebensrealitäten zu normalisieren. Gleichzeitig darf Sichtbarkeit jedoch niemals zur Pflicht werden. Viele queere Menschen fühlen sich noch nicht sicher genug oder haben kein unterstützendes Umfeld, um offen zu leben. Für mich ist entscheidend, dass wir uns zuerst als Menschen begegnen. Jeder Mensch soll frei und würdevoll leben können. Die Freiheit, man selbst zu sein, ist ein grundlegendes Recht. Gleichzeitig müssen sich unsere Mentalitäten und gesellschaftlichen Gewohnheiten weiterentwickeln. Mehr Verständnis führt zu mehr Respekt. Wenn wir als Gesellschaft lernen, einander besser zu verstehen, kann sich Hass in Respekt, und manchmal sogar in Solidarität – verwandeln.
- Meine Partei engagiert sich klar gegen Hasskriminalität und für den Schutz von queeren Personen. Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität müssen ernst genommen und konsequent bekämpft werden. Ich unterstütze auch ein Verbot von Konversionstherapien. Solche Praktiken verletzen die Menschenwürde und können schwere psychische Schäden verursachen. Niemand darf „korrigiert” werden, weil er oder sie so ist, wie er oder sie ist. Studien zeigen zudem, dass solche „Therapien” das Risiko von Depressionen und Suizidgedanken bei jungen Menschen massiv erhöhen – besonders bei Jugendlichen, die noch Zeit brauchen, um ihre sexuelle Identität zu verstehen und anzunehmen. Deshalb betrachte ich diese Praktiken als schwere psychische Gewalt gegen junge Menschen. Glück und ein würdevolles Leben sind grundlegende Rechte jedes Menschen. Jeder Mensch soll frei leben können.
- Mir erscheinen mehrere Themen besonders wichtig: Der Kampf gegen Diskriminierung und Hasskriminalität, Sensibilisierung in Schulen und in der Arbeitswelt, Psychische Gesundheit und Unterstützung für junge LGBTIQ+-Personen. Die Inklusion im Sport und im Vereinsleben. Ausserdem ist mir die Aufmerksamkeit für intersektionale Situationen wichtig, zum Beispiel für queere Menschen mit Behinderung. Meine eigenen Erfahrungen zeigen mir, dass sich Diskriminierungen oft überschneiden können. Deshalb ist es wichtig, diese Themen umfassend und inklusiv anzugehen.
- Organisationen der Zivilgesellschaft spielen eine sehr wichtige Rolle. Sie bringen wertvolle Erfahrungen aus der Praxis ein und machen die Lebensrealitäten der betroffenen Menschen sichtbar. Hab queer bern kann mich unterstützen, indem die Organisation ihre Analysen und politischen Prioritäten teilt, auf konkrete Herausforderungen im Kanton Bern aufmerksam macht und einen regelmäßigen Dialog mit der Politik pflegt. Eine solche Zusammenarbeit hilft dabei, Mentalitäten weiterzuentwickeln und eine Gesellschaft aufzubauen, in der alle Menschen frei leben und respektiert werden können. Merci beaucoup hab queer bern pour son grand soutien 😀
Barbara Keller
Wahlkreis: Bern
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 01.13.9
- Ich bin bisexuell und lebe dies offen.
- Es ist mir wichtig, offen zu meiner Identität zu stehen und sichtbar zu sein. Ausserdem ist es mir sehr wichtig, dass alle Menschen so leben und lieben können, wie sie wollen – frei, respektiert und ohne Angst vor Diskriminierung.
- Die SP setzt sich stark für Gleichstellung und gegen Diskriminierung ein – auch für queere Menschen. Sie unterstützt gesetzliche Schutzbestimmungen, die Hass, Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität ahnden und stärkt entsprechende Opfer- und Präventionsangebote. Die SP Schweiz unterstützt den Schutz vor Hate Crimes und setzt sich für mehr Sicherheit, Gleichstellung und Respekt für queere Menschen ein. Die SP hat sich auf kantonaler Ebene auch mehrfach dafür eingesetzt, sogenannte Konversionstherapien – also Praktiken, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität „ändern“ sollen – zu verbieten
- Ich möchte mich insbesondere für den Schutz und die Gleichstellung von queeren Menschen einsetzen. Dazu gehören für mich vor allem ein wirksamer Schutz vor Hate Crime, die konsequente Bekämpfung von Diskriminierung im Alltag (z. B. am Arbeitsplatz, im Wohnbereich oder im Gesundheitswesen) sowie ein klares Verbot von Konversionstherapien. Auf städtischer Ebene habe ich bereits einen umfassenden Diskriminierungsschutz eingereicht. Diesen möchte ich weiter ausbauen und auf weitere Ebenen ausweiten, damit queere Menschen überall – in der Stadt, im Kanton und auf Bundesebene – wirksam geschützt sind. Mir ist wichtig, dass alle Menschen frei und selbstbestimmt leben können – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.
- Ich freue mich sehr über den Austausch mit Hab Queer Bern, weil ihr als queere Community-Organisation die Anliegen, Herausforderungen und Perspektiven queerer Menschen im Alltag am besten kennt. Über eine Wahlempfehlung würde ich mich natürlich freuen.
Urs Kuratli
Wahlkreis: Bern
Partei: Volt Schweiz
Listen- und Kandidierendennummer: 22.01.2
- Ich persönlich bin nicht queer, habe jedoch viele tolle queere Menschen in meinem Umfeld (Freunde, Familie, Parteigspänli).
- –
- Volt setzt sich in ganz Europa für Queer Rights ein. Gegenüber Hate Crimes haben wir null Toleranz. Wir setzen uns dafür ein, dass Hate Crimes gegen Queere Menschen als solche eingestuft werden. Wir fordern Präventive Massnahmen wie z.B. durch Bildung und Sensibilisierung. Konversionstherapien gehören verboten. Sie schädigen gesunde Menschen und stehen für eine wissenschaftsfeindliche Praktik. Der Berner Grossrat hat ein Verbot bereits vor Jahren beschlossen, leider macht der aktuelle Regierungsrat alles, um dieses Verbot möglichst lange rauszuzögern. Dies ist undemokratisch und menschenfeindlich. Wir fordern Pierre Alain Schnegg unmissverständlich auf: Setzten sie das Verbot endlich um.
- Druck auf den Regierungsrat, damit das Konversionstherapieverbot endlich umgesetzt wird. Schulungen und Sensibilisierung bei queer Feindlichkeit (Bsp. bei der Polizei). Konsequente Verfolgung von Hate Crimes. Der Kanton Bern soll sich auf nationaler Ebene für den 3. Geschlecht Eintrag stark machen.
- Ich fände es wichtig, dass man sich für queere Menschen aller Nationen einsetzt und dagegen vorgeht, wenn andere marginalisierte Gruppen für Queerfeindlichkeit alleine verantwortlich gemacht werden. Queere Anliegen dürfen nicht gegen Migrant:innen ausgespielt werden. Leider sehe ich, dass Personen Statements setzen, welche genau dies machen. Dass dies toleriert wird, finde ich problematisch.
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Frédéric Mader
Wahlkreis: Bern
Partei: SP Kanton Bern
Listen- und Kandidierendennummer: 02.09.7
- Überall! Als non-binäre trans Person stosse ich in meinem Alltag immer wieder an Hürden und Grenzen die mein Queer-Sein einschränken wollen. Reissen wir sie ein!
- Ich trete offen auf als queere Person um anderen Mut zu machen, um mich nicht zu verstecken und zu zeigen, wie vielfältig Nonbinarität und trans Menschen sind!
- Die SP kämpft aktiv gegen Hate Crimes und untersützt das Konversionstherapie-Verbot.
- Für ein selbstbestimmtes Gesundheitssystem für alle! Die Freiheit von trans Personen über ihre Körper zu entscheiden, betrifft uns alle, denn im Grundsatz geht es um die Frage: wer hat das Sagen über meinen Körper?
- Den offenen Brief zu trans Gesundheit unterschreiben und alle trans und queeren Kandis fördern!
Dominic Nellen
Wahlkreis: Bern
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 02.12.7
- Ich bin überall offen schwul – in meiner Familie, bei Freund:innen, im Beruf und auch im Militär. Seit vielen Jahren lebe ich mit meinem Partner zusammen, und dadurch bin ich auch im Alltag ganz selbstverständlich als schwuler Mann sichtbar. Ich geniesse es, dass ich nichts verheimlichen oder verstecken muss; auch nicht am Montag, wenn ich von meinem Wochenende erzähle. So zu leben fühlt sich für mich normal an – und genau das sollte es auch sein.
- Ich bin offen schwul und lebe das auch selbstverständlich – privat wie politisch. Für mich gehört Sichtbarkeit zur Gleichstellung: Wenn queere Menschen in Politik und Gesellschaft präsent sind, wird klar, dass wir ganz normal Teil dieser Gesellschaft sind. Ich verstehe meine Sichtbarkeit nicht als Selbstzweck, sondern auch als Beitrag dazu, dass (junge) queere Menschen Vorbilder sehen und wissen: Ein offenes Leben ist möglich – auch in der Politik. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass niemand gezwungen sein darf, sichtbar zu sein. Sichtbarkeit ist eine Chance, keine Pflicht.
- Die SP setzt sich klar für den Schutz von queeren Menschen vor Diskriminierung und Gewalt ein. Hate Crime muss konsequent erfasst, verfolgt und ernst genommen werden – dazu gehören auch Schulungen bei Polizei und Justiz sowie verlässliche Statistiken. Gewalt gegen queere Menschen ist kein Randphänomen, sondern eine reale Bedrohung für die Sicherheit im Alltag. Auch das Verbot von sogenannten Konversionstherapien unterstützen die SP und ich klar. Diese Praktiken sind wissenschaftlich widerlegt und können grossen Schaden anrichten. Niemand soll gezwungen oder unter Druck gesetzt werden, seine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu verändern. Ein klares gesetzliches Verbot ist ein wichtiges Signal für den Schutz der Menschenwürde.
- Mir sind drei Bereiche besonders wichtig: 1. Schutz vor Diskriminierung und Gewalt: Queere Menschen sollen sich überall sicher fühlen können. Im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und in der Schule. 2. Rechtliche Gleichstellung: Auch nach wichtigen Fortschritten bestehen noch Lücken, insbesondere für Trans- und Inter-Menschen sowie nonbinäre Menschen. Hier müssen wir politisch Fortschritte erzielen. 3. Alltagstaugliche Gleichstellung: Gleichstellung zeigt sich nicht nur in Gesetzen, sondern im Alltag. Etwa in Schulen, Verwaltungen oder Gesundheitsinstitutionen.
- Ich schätze den Austausch mit hab queer bern sehr. Wie beispielsweise an den Vernetzungsapéros. Für mich ist wichtig zu wissen, wo konkret Handlungsbedarf besteht – also welche Probleme queere Menschen im Alltag tatsächlich erleben. Organisationen wie hab queer bern haben hier eine unverzichtbare Erfahrung. Hilfreich ist für mich insbesondere: – Hinweise auf konkrete Probleme oder Gesetzeslücken – Rückmeldungen oder Ideen zu politischen Vorstössen – fachlicher Austausch bei neuen Themen – Vernetzung mit Betroffenen und Fachpersonen resp. -organisationen Politik braucht die Perspektive der Community – und ich bringe diese Anliegen gerne in den Stadtrat resp. zukünftig in den Grossen Rat ein.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Fabio Peter
Wahlkreis: Bern
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 02.16.0
- Ich verstehe mich selbst zwar nicht als queer, möchte aber, dass alle Menschen frei und in Sicherheit leben können. Die Vielfalt sexueller Identitäten und Orientierungen halte ich für eine grosse Bereicherung für die Menschheit. Sie trägt dazu bei, soziale Normen zu hinterfragen und hat das Potenzial, uns als Gesellschaft freier zu machen.
- –
- Hassverbrechen machen mich traurig und wütend. Sie müssen statistisch besser erfasst und mit härteren Strafen bekämpft werden. Deshalb habe ich unter anderem die Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm unterstützt. Auch die SP hat sich dafür eingesetzt. Konversionstherapien halte ich für eine Form der psychischen Folter. Sie gehören verboten. Die SP setzt sich auf kantonaler und nationaler Ebene ebenfalls für ein Verbot von Konversionstherapien ein.
- Ich setze mich für die rechtliche Gleichstellung ein, was Partnerschaften und die Familienplanung angehen. Zudem befürworte ich eine bessere Aufklärung und Sensibilisierung an Schulen und ein härteres Durchgreifen gegen Hassverbrechen und Gewalt.
- Da ich selbst nicht von Diskriminierung betroffen bin, sollte die Frage vielleicht eher lauten, wie ich hab queer bern unterstützen kann.
Ursina Riedel
Wahlkreis: Bern
Partei: Volt Schweiz
Listen- und Kandidierendennummer: 22.03.9
- Ich stand schon bei meiner Geburt queer in der Landschaft und habe das offenbar gepflegt durch absolute Ehrlichkeit. Nein, im Ernst: für mich war “queer sein” nie ein Thema. Mensch ist Mensch ganz gleich wie er/sie/nonbinär die Person auch ist. Ich habe dies auch stets verteidigt, vor allem in kirchlich-konservativen Kreisen. Ich war und bin immer wieder erstaunt, warum das überhaupt ein Thema ist.
- Sichtbarkeit finde ich enorm wichtig, selbstverständliche Teilhabe aber noch mehr.
- Dazu verweise ich auf die Grundsätze von Volt Europa und Volt Schweiz zu diesem Thema.
- Das “vermeintliche” Problem von Non-binär sein und der sprachliche Umgang damit. Die verbale und physische Gewalt gegenüber queeren Menschen.
- Ich werde gerne gut informiert und aktiv darauf aufmerksam gemacht, wie ich in meiner politischen Tätigkeit alle Themen rund um Akzeptanz und Inklusion umsetzen kann. Ich weiss nicht immer alles und habe sicher immer wieder mal blinde Flecken, auf die man mich gerne aufmerksam machen darf.
Michael Ruefer
Wahlkreis: Bern
Partei: Grüne Freie Liste
Listen- und Kandidierendennummer: 09.04.1
- Ich lebe privat wie auch öffentlich offen queer, beruflich halte ich mich manchmal zum Eigenschutz etwas zurück. Ich arbeite in einem Umfeld, in dem ich nicht immer sicher sein kann vor Anfeindungen, seien sie auch nur unterschwellig. In der Politik (Stadtrat) mache ich kein Geheimnis aus meiner Identität.
- Ich finde, die Sichtbarkeit von queeren Menschen ist zumindest in der Stadt Bern inzwischen gut, gerade auch in der Politik und auf der Strasse sieht man öfter queere Menschen als noch vor ein paar Jahren. Allerdings gibt es – trotz Wiederauferstehung der Pride – weiterhin nur ganz wenige Möglichkeiten, um sich unkompliziert zu treffen, in einer Bar, an einer Party. Es gibt oft wochenlang keine queeren Veranstaltungen oder Hangouts. Das heisst, das Angebot ist nicht sehr niederschwellig. Das vermisse ich. In Biel entsteht gerade ein Regenbogenhaus wie in Zürich, das ist erfreulich. In Bern entstehen erste queere Alterswohnungen. Es gibt also zaghafte Fortschritte, die sich aber klar auf die urbanen Zentren beschränken.
- Die GFL ist klar der Meinung, dass Hate Crime ein Straftatbestand wie andere Übergriffe / Straftaten sein muss. Wir haben uns bei den Grünen stark für die Ausweitung Anti-Rassismus-Strafnorm (Art. 261bis StGB) um den Begriff der sexuellen Orientierung starkgemacht, die 2020 mit grossem Mehr von der Bevölkerung beschlossen wurde. Viele queere Menschen erleben auch heute noch viel Alltagsdiskriminierung und viele Übergriffe. Die Grenzen zu sexualisierter oder rassistischer Gewalt sind oft fliessend. Gerade erst hat der Bund einen ersten (!) Aktionsplan gegen Hate Crimes beschlossen. Es bleibt also noch viel zu tun. Ganz klar spricht sich die GFL auch für ein Verbot von Konversionstherapien. Das braucht es aber auf Bundesebene, kantonale Lösungen bringen nicht viel. Aber dass die Berner Regierung und insbesondere Gesundheits- und Sozialdirektor Schnegg ein Verbot von Konversionstherapien auf die lange Bank geschoben hat, ist skandalös (wie viele seiner Entscheide in der Sozialpolitik). Zurecht wurde von Arbeitsverweigerung gesprochen, denn der Grosse Rat hat ein Verbot von Konversionstherapien bereits 2022 gefordert.
- Ich möchte mich insbesondere für mehr Schutz vor Übergriffen und Diskriminierung im Alltag und im öffentlichen Raum engagieren. Im Bereich der sexualisierten Gewalt gab es in den letzten Jahre Fortschritte, Sensibilisierungsmassnahmen, Aktionspläne und damit eine allmähliche Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung. Dieselbe Veränderung ist nun im Bereich der Queerfeindlichkeit wichtig. Dann engagiere ich mich dafür, dass es wieder mehr queeres Leben in der Öffentlichkeit gibt. Also Treffpunkte, Bars, Feste, an denen man sich ungestört und unkompliziert treffen kann. In Bern fehlt diese Grundinfrastruktur. Die Politik muss hier unterstützen, weil auch sie daran Interesse haben muss, dass queeres Leben nicht unterdrückt wird und sich Anfeindungen nicht weiter häufen. Sichtbarkeit und Normalisierung in der Gesellschaft sind dafür die wichtigsten Pfeiler. Nur auf private Initiativen zu setzen, reicht einfach nicht aus, um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen.
- Die HAB kann gut mit Veranstaltungen, Podien oder auch mal einer Feier, oder mit ihren Lokalitäten unterstützen, wo queere oder queerfreundliche Politiker*innen ihre Anliegen einbringen können. Und begrüssenswert ist auch eine konkrete Unterstützung bei Vorstössen etc.
Judith Schenk
Wahlkreis: Bern
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 01.17.1
- Ich bin nicht queer, ich bin so gut ich es kann, Ally.
- Ich trage bspw. oft absichtlich Transfarben in der Öffentlichkeit
- Absolute Intoleranz gegenüber beidem.
- Ohne Queers gäbs kaum Kunst, so vieles würde fehlen
- –
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Janine Wicki
Wahlkreis: Bern
Partei: Grüne Freie Liste
Listen- und Kandidierendennummer: 09.07.5
- Ich bin offen als queere Frau in allen Lebensbereichen.
- Ich bin sichtbar als – (Ehe)-Partnerin – Stiefmutter – Tochter und Schwester – Freundin – Nachbarin – Bürgerin – Generalsekretärin – Juristin
- Die GFL fordert ein konsequentes Verbot von Konversionstherapien im Kanton Bern. Siehe auch den Vorstosse von alt Grossrätin Anna Linder “Konversionstherapie im Kanton Bern verbieten”. Mit dem nationalen Aktionsplan gegen Anti-LGBTIQ-Gewalt wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht aber nun braucht es (auch) auf kantonaler Ebene griffige Massnahmen und vor allem entsprechende finanzielle Mittel dafür.
- Queersein im Alter – Stärkere Sensibilisierung in den Schulen – Stärkere staatliche Mitfinanzierung queerer Angebote
- In dem mich hab queer bern zur Wahl empfiehlt und mich die Mitglieder von hab queer bern wählen, am besten gleich zweimal!
Karel Ziehli
Wahlkreis: Bern
Partei: Grünes Bündnis
Listen- und Kandidierendennummer: 10.09.0
- Am Arbeitsplatz, auf die Strasse, in Bars, in meiner Stadt (Bern).
- Es ist sicher nicht eine einfache Frage, weil ich mich auch in eher konservative Kreise bewege. Da fällt es mir schwieriger ganz sichtbar zu sein. Aber das ist ein Prozess!
- Meine Partei (Grünes Bündnis) setzt sich dezidiert gegen Hate crimes und Konversionstherapien ein.
- Gesundheit von Queeren Menschen (gratis STI-Tests, psychologische Beratung, usw) und Sensibilisierungsarbeit in den Schulen verstärken.
- Durch die Expertise von hab queer und die lange Erfahrung die in diesen Themen und Anliegen gesammelt wurde.
Patrick Zillig
Wahlkreis: Bern
Partei: GLP
Listen- und Kandidierendennummer: 16.06.3
- Überall!
- Ich lebe mit meinem Freund seit über 20 Jahren in einer sichtbaren Beziehung.
- Für ein schweizweites Verbot von Konversionstherapien und für Gesetzesverschärfungen von Hate Crimes.
- Aufklärung und Sensibilisierung an Schulen.
- Bei Schulbesuchen unterstützen.
Vera Zotter
Wahlkreis: Bern
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 01.19.8
- Ich versuche, das überall zu sein – sowohl in meinem Privat- als auch in meinem Arbeitsleben. Ich zeige meine Partnerschaft sichtbar, spreche mit meinem Umfeld über queere Themen und Lebensrealitäten und kämpfe mit meiner Arbeit bei der SP für queere Rechte.
- Ich mache mir schon Gedanken, wo es überall “sicher” ist, offen queer zu sein. Ich will mich nicht einschränken und sehe aber gleichzeitig, dass ich manchmal zurückhaltender bin als in anderen Momenten. Ich habe das Privileg, eine weisse cis-Frau zu sein und erlebe dadurch sicher viel weniger Diskriminierung als andere – auch deshalb will ich meine Queerness nicht verstecken.
- Die SP setzt sich aktiv gegen Hate Crimes ein und unterstützt ein Verbot von Konversionstherapien entschlossen.
- Ich will für die Gleichberechtigung aller Menschen kämpfen und queeren Menschen mehr Sichtbarkeit und Teilhabe ermöglichen, bspw. auch bei der Familienplanung. Besonders trans Menschen brauchen mehr Schutz, Sichtbarkeit und Unterstützung. Leider zwingt uns die aktuelle politische Lage und die Mehrheitsverhältnisse im Kanton Bern dazu, (wieder) für den Erhalt von Rechten zu kämpfen, die wir als gesichert wahrgenommen haben.
- Sichtbarkeit schaffen und die politische Arbeit unterstützen – gezielt durch die Unterstützung bei Vorstössen etc. Aber bevor das möglich ist: Queere und linke Stimmen im Wahlkampf unterstützen!
Wahlkreis Berner Jura
Elisabeth Beck
Wahlkreis: Berner Jura
Partei: PS
Listen- und Kandidierendennummer: 06.04.1
- Ganz offen: für den Respekt jedes Menschen.
- Ich sehe kein Problem.
- Hate Crime und Verbot von Konservationstherapien ist inakzeptabel.
- Opfer verteidigen
- Mit der Geschäftsleitung kommunizieren (Website von PSBE)
Wahlkreis Biel-Bienne – Seeland
Isabelle Brechbühl
Wahlkreis: Biel-Bienne – Seeland
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 14.14.1
- Ich als Ally habe seit meiner Jugendzeit queere Freunden und unterstütze diese in allen Lebenslagen.
- Ich empfinde meine eigene Sichtbarkeit sowie die meiner queeren Freunde als gut. Diese möchte ich aber durch mein politisches Engagement verstärken.
- Hate-Crimes werden von der Partei aktiv bekämpft und es gibt einen entsprechenden Leitfaden. Die Partei ist gegen Konversionstherapien und setzt sich für ein Verbot dieser ein.
- Komplett geschlechtsneutrale Gesetze.
- Unterstützung der parlamentarischen Arbeit durch Stellungnahmen.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Manuela Kocher Hirt
Wahlkreis: Biel-Bienne – Seeland
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 14.01.0
- Als Präsidentin von Autismus Bern haben wir vor zwei Jahren eine Dialogveranstaltung zum Thema “Sexuelle und Geschlechtliche Identität” Fachtagung ASS und LGBTQA+: zwei Spektren im Dialog – organisiert und durchgeführt. Gerade für Menschen im Autismus Spektrum geraten sind wir in Geschlechtlichen Identitätsfragen immer wieder mit Unwissen und Unverständnis konfrontiert. Ich denke, diese Erfahrungen treffen viele queere Menschen in ihrem Alltag an. Als Pflegefachfrau beschäftigen mich die Fragen um geschlechtliche Diversität im Berufsalltag.
- Ich verwende Sie/she/her
- Ich bin Vorstandsmitglied von alliance f und wir haben bereits vor Jahren mit dem Projekt Stop Hate Speech gestartet. Für die SP gilt ganz klar: Stop Hate – dies ist Teil unserer Wahlplattform. Konversionstherapien werden von unserer Partei ebenfalls konsequent abgelehnt.
- Als Fachfrau finde ich es wichtig, dass wir uns in der Pflege mehr mit dem Thema auseinandersetzen und das Fachwissen in allen Pflegesettings auf – und ausbauen. Das heisst: wir brauchen Weiterbildungsmöglichkeiten – auch in Alters- und Pflegeheimen. Ich bin Mit-Vorstösserin für die Realisierung eines Gewaltschutzzentrums. Mit der Annahme der Opferhilfestrategie können wir die Umsetzungsarbeiten am Inselspital beginnen. Aber: es braucht Angebote im ganzen Kanton Bern und daran müssen wir weiter arbeiten. Queere Menschen im Autismus Spektrum und queere Menschen mit einer Behinderung sollten mehr Beachtung und Sichtbarkeit erhalten.
- Die Diversität von queeren Menschen aufzeigen – siehe oben.
Matilda Leonarz
Wahlkreis: Biel-Bienne – Seeland
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 14.11.7 und 14.25.7
- Als Oberstufenlehrerin setze ich mich für die Aufklärung der Queerness ein und sehe mich auch als Ally.
- –
- Die SP setzt sich klar gegen Hate Crimes, Diskriminierung und Konversionstherapien ein.
- Normalisierung aller Arten von Partner:innenschaften, Familienmodellen und Sexualitäten.
- Meiner Meinung nach sollte hab queer bern in erster Linie queere Kandidat:innen unterstützen. Ich würde mich aber natürlich als FINTA*-Person, die sich für queere Menschen einsetzt, über Sichtbarkeit freuen.
Oliver Matti
Wahlkreis: Biel-Bienne – Seeland
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 15.11.3
- Schwierig, kann ich nicht genau sagen
- Ich stehe offen dazu
- Sie steht offen dazu
- Hate Crime
- Ich weiss nicht
Wahlkreis Emmental
Tanja Blume
Wahlkreis: Emmental
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 01.05.08
- –
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- Die SP setzt sich gegen Hate Crimes, Konversionstherapien und Diskriminierung auf allen Ebenen ein. Gerade mit dem rechten Backlash stehen queere Themen sehr unter Beschuss. Wir müssen unbedingt hinstehen und uns klar hinter queere Personen stellen.
- Ein wichtiges Thema auf kantonaler Ebene ist sicher die Gesundheit; deshalb ist der diskriminierungsfreie Zugang für queere Personen zu Gesundheitsleistungen sicher ein wichtiges Anliegen. Weiter ist die Bildung zentral; in der Schule soll offen aufgeklärt werden anstatt nach alten Rollenbildern, zudem sollen die Schulen aktiv gegen Diskriminierung von queeren Schüler*innen und Lehrpersonen vorgehen. Auch sonst überall in der Gesellschaft sollen queere Menschen sichtbar und sicher sein. Ein wichtiger Punkt ist sicher hier auch das offizielle Auftreten des Kantons inklusive seiner Sprache.
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Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Carol Tanner
Wahlkreis: Emmental
Partei: Grüne
Listen- und Kandidierendennummer: 13.04.8
- Ich präsentiere mich sehr gendernonconforming. Trage meine Haare farbig und meinen Regenbogenschmuck mit Stolz. Seit einem Jahr ziert die Nonbinäre Flagge meinen Arbeitsbadge. Ich mache in meinem Arbeitsalltag wie auch im Privaten kein Geheimnis aus meiner Queeren Identität und meinen queerplatonischen Beziehungen.
- Ich mag meine Sichtbarkeit und bin froh, dass sie an den meisten Orten akzeptiert wird. Nichtsdestotrotz ist es nicht immer einfach, gerade wenn mensch im Spital als Ärzt*in gelesen wird. Hier herrschen noch sehr strickte, ungeschriebene Regeln was Haarfarbe und Tattoos anbelangt.
- Die Grünen setzen sich für Menschenrechte und auch für Queere Rechte ein. Wir setzen uns für eine lebenswerte Zukunft für Alle ein. Somit sind diese zwei Punkte klar mit dabei.
- Ich möchte mich für einen dritten Geschlechtseintrag einsetzen und für die Rechte von Trans* Menschen. Sichere Gesundheitsversorgung für Alle queeren Menschen und ein sensibilisiertes Gesundheitssystem sind mir ebenfalls wichtig.
- Das finde ich jetzt gerade eine schwierige Frage zu Beantworten.
Wahlkreis Mittelland-Nord
Lukas Bühlmann
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 07.07.2
- Überall. Bin seit 1979 HAB-Mitglied. War 20 Jahre in der HAB und HACH sehr aktiv. Siehe mein Beitrag zum anderLand in der HAB-Chronik zum 50 Jahr-Jubiläum.
- Ich verberge nichts. Ich reibe auch niemandem etwas unter die Nase.
- Die SP war seit je sehr queerfreundlich und ist es auch heute. Dies ist mit ein Grund, weshalb ich in den 1990er Jahre dieser Partei beigetreten bin. Kampf gegen Hate Crime und Konversionstherapien ist selbstverständlich.
- Bekämpfung jeglicher Form von Diskriminierung. Angebote für queere Personen im Alter schaffen. Bin Mitglied von Queer Altern Bern.
- Durch die Unterstützung queerer Personen im Wahlkampf, wie ihr dies mit diesem Aufruf tut.
Stefan Gisiger
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: Junge GLP
Listen- und Kandidierendennummer: 03.16.6
- Ich bin selbst nicht queer, aber mir ist wichtig, queeren Menschen mit Respekt und Offenheit zu begegnen.
- Als nicht-queere Person geht es bei meiner Sichtbarkeit weniger um mich selbst als darum, wie ich Räume mitgestalte (z.B. als Lehrperson) also ob Vielfalt selbstverständlich Platz hat und nicht problematisiert wird.
- Die GLP ist der Ansicht, dass Hassverbrechen konsequent bekämpft werden müssen, mit rechtlichen und politischen Mitteln, die alle Betroffenen einschliessen. Gleichzeitig fordert sie ein klares Verbot von Konversionstherapien, weil diese weder therapeutisch noch legitim sind, sondern Menschen erheblich schaden.
- Mir ist besonders wichtig, dass Toleranz als Prinzip verstanden wird. Man muss nicht alles persönlich nachvollziehen oder erleben, um anderen Menschen mit Respekt, gleichen Rechten und Schutz zu begegnen. Diese Haltung prägt meine politische Einstellung, nicht nur in queeren Fragen, sondern generell.
- Für mich steht weniger im Vordergrund, unterstützt zu werden, sondern eher, selbst etwas zur Sache beizutragen. Wenn es Anknüpfungspunkte gibt, wo ich mich konkret engagieren oder mitarbeiten kann, freue ich mich sehr.
Fiona Hofer
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: Tier im Fokus
Listen- und Kandidierendennummer: 14.03.6
- Ich bin stets offen zu Queerness in meinem Umfeld und meinem Leben und fordere mehr Diversität in so vielen Bereichen, wie nur möglich! <3
- Da ich seit 7 Jahren in einer glücklichen Beziehung mit einem sehr lieben Mann bin, ist meine Queerness nach aussen nicht wirklich sichtbar. Ich kommuniziere jedoch offen darüber und bin stolz, Teil der Community zu sein!
- Bei Tier im Fokus stehen wir für die Natur und die Tiere, die ihre Stimme nicht selbst erheben können, ein. Zu Natur gehört klar auch Diversität und daher sind wir klar gegen Verbrechen aus Hass an Minderheiten und Wesen, die von der vermeintlichen Norm abweichen! Auch Konversionstherapien lehnen wir daher klar ab!
- Gewalt an und Hass gegen queere Menschen bekämpfen! Mehr Diversität – auch in der Sprache und auf offiziellem Niveau (weg vom binären System)!
- Ich bin froh, um die Möglichkeit hier meine Einstellung und Sichtweise zu schildern! <3
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Irene Hügli
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 06.02.5
- Ich selbst sehe mich klar als Frau. Ich bin jedoch offen queer, wenn ich mich gegen starre gesellschaftliche Vorstellung von Geschlecht und Sexualität einsetze sei das in meiner Arbeit oder in der Politik.
- Ich bin eine 57-jährige Frau – ich werde in unserer Gesellschaft immer unsichtbarer. Vielleicht bin ich ein wenig sichtbarer, weil ich Grossrätin bin. Also ohne Engagement wirst du als Frau eher nicht gesehen.
- Ich kann nicht für alle in der SP sprechen. Ich selbst bin gegen Hate Crime und für ein Verbot von Konversionstherapien. Ich will Hass keinen Platz geben und Menschen nicht ausgrenzen und ändern.
- In Bezug auf die Opferhilfestrategie möchte ich, dass Frauen und den queeren Menschen noch stärker unterstützt werden, wenn sie Opfer von Gewalt, sexualisierter Gewalt werden.
- Lest die Opferhilfestrategie auch durch. Nehmt mit mir und oder anderen Grossrätinnen und Grossräten Kontakt auf und gebe eure Bedürfnisse an.
Joël Klaus
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 07.15.3
- Als jemand der selbst offen bisexuell ist, setze ich mich seit Jahren in meinem persönlichen sowie Arbeitsumfeld für Toleranz gegenüber queeren Menschen ein. Denn was mit verletzenden, aber scherzhaft gemeinten Bemerkungen beginnt, endet oftmals in Hass oder sogar Gewalt gegenüber queeren Personen.
- Ich denke, dass ich mich gerade im persönlichen Umfeld recht stark für mehr Toleranz gegenüber queeren Menschen einsetze. Glücklicherweise ist für meine sexuelle und romantische Ausrichtung für mein Umfeld aber auch nicht ein grosses Thema, da “Queer-sein” für die meisten Freunde und Bekannten nichts unnormales ist. Gerade im Netz halte ich mich mit öffentlichen Aussagen zu meiner sexuellen und romantischen Ausrichtung aber zurück.
- Die SP setzt sich seit Jahren konsequent gegen Hate Crimes und Konversionstherapien ein.
- Mir sind vor allem folgende Themen wichtig: – Ein Verbot von Konversionstherapien in der Schweiz. – Enttabuisierung von queeren Menschen und deren Anliegen. – Förderung der Akzeptanz queerer Menschen und eine bessere Aufklärung, insbesondere durch entsprechende Massnahmen im Sexualkundeunterricht.
- Durch die Unterstützung queerer Kandidaten bei lokalen, kantonalen und nationalen Wahlen. Ausserdem durch die Organisation von Auklärungsanlassen und Schaffung von Sichtbarkeit queerer Menschen.
Matthias Marthaler
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 07.18.8
- Ich lebe mein Leben, nehme Rücksicht auf andere und mache meinen Mund auf, wenn es nötig ist, besonders für jene, die nicht dieselbe Stärke oder Sichtbarkeit haben.
- Für mich geht es bei “Sichtbarkeit” um Haltung und Verantwortung.
- Unsere Linie ist simpel: Gewalt und Einschüchterung gegen queere Menschen sind kein Randthema, sondern ein Angriff auf Grundrechte. Und Konversionstherapien? Die SP lehnt solche Praktiken klar ab. Sie sind übergriffig, unwirksam und schlicht nicht vereinbar mit Menschenwürde.
- Für mich ist es simpel: Ich setze mich dafür ein, dass Menschen sich sicher, ernst genommen und frei fühlen, ihr Leben sichtbar und ohne Angst zu leben. Zum Beispiel ist in der Gesundheitsversorgung und bei der differenzierten und konsequenten Aufarbeitung von “Hate Crimes”, noch einiges zu tun.
- Indem wir Wissen und Vernetzung bündeln, damit wir die Themen wirkungsvoll, gut verankert und gemeinsam mit der Community voranbringen kann.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Catherine Meyer
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: GRÜNE
Listen- und Kandidierendennummer: 09.08.3
- Ich bin nonbinär und lebe mein Leben offen so. In meinem privaten Umfeld, in der politischen Arbeit und im öffentlichen Auftreten stehe ich zu meiner Identität. Offen queer zu sein bedeutet für mich Sichtbarkeit, aber auch Verantwortung: Ich möchte dazu beitragen, dass Vielfalt selbstverständlich wird und Menschen ohne Angst sie selbst sein können.
- Sichtbarkeit ist für mich wichtig, aber nicht immer einfach. Während meiner Kandidatur für den Nationalrat habe ich online viele negative und abwertende Kommentare erlebt. Das hat Spuren hinterlassen, und insbesondere im digitalen Raum bin ich heute vorsichtiger. Gleichzeitig halte ich Sichtbarkeit für zentral: Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wahrgenommen wird, dass queere Menschen ganz selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind. Gerade diese Normalität sichtbar zu machen, ist für mich politisch wie persönlich wichtig.
- Die GRÜNEN setzen sich konsequent gegen Hate Crimes und jede Form von Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität ein. Wir fordern einen besseren Schutz und mehr Unterstützung für Betroffene von geschlechtsspezifischer und queerfeindlicher Gewalt – unter anderem durch Prävention, Sensibilisierung sowie den Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Konversionstherapien lehnen wir entschieden ab. Diese Praktiken sind diskriminierend, schädlich und verletzen die Menschenwürde. Sie gehören verboten.
- Ich möchte mich insbesondere für die Sichtbarkeit und Gleichstellung von queeren Menschen im Alltag einsetzen. Dazu gehört für mich eine inklusive und diskriminierungsfreie Sprache in Verwaltung, Bildung und Politik – denn Sprache prägt Realität und Zugehörigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt: Der Kanton Bern braucht gut ausgebaute Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene von queerfeindlicher und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie gezielte Präventions- und Sensibilisierungsarbeit. Darüber hinaus sehe ich queere Anliegen als Querschnittsthemen: Ob in Bildung, Gesundheit oder Sozialpolitik – eine vielfältige Gesellschaft gelingt nur, wenn alle Menschen unabhängig von Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung gleichberechtigt teilhaben können. Diese Haltung entspricht auch den Grundwerten der GRÜNEN und ihrem Engagement für Menschenwürde, Vielfalt und Solidarität.
- Ihr tut schon genug, merci euch 🙂
Andreas Schlecht
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: SVP
Listen- und Kandidierendennummer: 13.18.8
- Seit vielen Jahren völlig normal überall. ich stehe mitten im Leben privat und beruflich und ist eine völlige Normalität und kein Thema.
- Ich stehe nicht im queeren Rampenlicht und lebe völlig normal wie jeder/jede andere auch.
- Fragen Sie die Parteileitung. Für mich persönlich sind beide Themen unbekannt, weil bisher nie davon betroffen.
- Keinen Themen im Voraus bekannt.
- Heute kein Bedürfnis bekannt. aber wer weiss – vielleicht bringt ein solches Amt Bedarf mit sich.
Marcel Stolz
Wahlkreis: Mittelland-Nord
Partei: Die Mitte
Listen- und Kandidierendennummer: 12.18.1
- Dort wo ich mich wohlfühle – im Rahmen wo man vielleicht auch über Beziehungen und Privatleben spricht. Ich reibe es anderen nicht unter die Nase – was ja Heterosexuelle in der Regel auch nicht tun. Ich will einfach ein normales Leben wie alle anderen führen.
- Ich will einfach ein normales Leben führen. Für mich braucht es keine Sichtbarkeit bei mir. Was ich aber schätze, ist, wenn Betriebe oder öffentliche Institution offen zeigen, dass sie queer-freundlich sind oder auch einfach generell Diversität schätzen und fördern.
- Ich kann nur sagen, wie ich dazu stehe: Hate Crime ist menschenverachtend – das deckt sich mit den Werten meiner Partei: Der Mensch steht im Zentrum und wird als Mensch geachtet. Hass steht dazu im Widerspruch. Meine Meinung zu Konversionstherapien ist, dass diese grundsätzlich ermöglicht werden sollen, aber auch genügend Ressourcen für die Betreuung, Besprechung, Begleitung im Voraus da sein sollten. Konversionstherapien im Jugendalter sehe ich kritisch, stehe aber nicht pauschal für ein “Nein” ein, sondern für eine ausgewogene und fundierte Lösung wo Möglichkeiten bestehen, aber auch Sicherheitsmechanismen, damit nicht späteres Leid entsteht. Auch hier gilt: Der Mensch im Zentrum.
- Ich will mich vor allem dafür einsetzen, dass Queere Menschen ein genauso normales Leben führen können wir alle anderen auch. Wir brauchen nicht mehr Aufmerksamkeit, sondern mehr Normalität und Entstigmatisierung sowie Akzeptanz.
- Ich denke, man sollte sich mehr dafür einsetzen, dass Queer-Sein nicht als etwas wahrgenommen wird, was Aufmerksamkeit verlangt – sondern als etwas normales, das akzeptiert gehört und dass Sensibiliserung in Bezug auf Hate Crime, aber auch gruppendynamische Mechanismen im Arbeitsumfeld gegen Queere stärker ins Bewusstsein gerufen werden und man vor Stigmatisierung besser geschützt ist. Ich glaube, dass sich queer bern hier stärker auf einem Fundament präsentieren könnte, das nicht Aufmerksamkeit fordert sondern primär Normalität fordert – und aufzeigt (auch anhand konkreter Beispiele) wo diese Normalität nicht vorhanden ist.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Wahlkreis Mittelland-Süd
Michael Bürki
Wahlkreis: Mittelland-Süd
Partei: SVP
Listen- und Kandidierendennummer: 09.19.9
- Ich habe im Mai 2023 geheiratet. Wir leben unsere Ehe offen und es ist bekannt. Mein Ehemann ist gebürtiger Brasilianer.
- Wir leben unsere Ehe offen. Es ist generell bekannt. Ich habe dies nie verheimlicht und nach der Hochzeit öffentlich kommuniziert.
- Muss verfolgt werden und die Konversionstherapien gehören verboten!
- Mir ist wichtig, dass man sich nicht “verstecken” muss. Einstehen können für queere Themen – ohne Einschränkungen.
- Wahlunterstützung / mir ist wichtig, dass ich in der SVP diese Akzente mit meiner Person und Persönlichkeit setzen kann.
Andreas Hauser
Wahlkreis: Mittelland-Süd
Partei: Grünliberale (GLP)
Listen- und Kandidierendennummer: 14.11.7
- Ich bin selbst nicht queer.
- Da ich selbst nicht queer bin, ist die Frage wohl nicht für mich gedacht.
- Wir Grünliberalen setzen uns dafür ein, dass die Anti-Rassismusstrafnorm auch den Schutz von trans, inklusive nicht-binären, und intergeschlechtlichen Personen gewährleistet. Wir unterstützen einen griffigen Diskriminierungsschutz für alle LGBTIQ*-Menschen, auch im Privatrecht. Konversationstherapien sollen ausdrücklich verboten werden.
- Der Kanton sollte Kampagnen wie “Bern schaut hin” weiterführen und auch in den Schulen für gute Aufklärung zu queeren Themen sorgen.
- Jeweils auf konkreten Handlungsbedarf aufmerksam machen.
Maja Neuenschwander
Wahlkreis: Mittelland-Süd
Partei: glp
Listen- und Kandidierendennummer: 14.04.4
- Ich lebe in einer Beziehung mit einer Frau und habe mit meiner ehemaligen Partnerin zwei Kinder
- Bei den Eurogames in Bern war ich Botschafterin
- Die glp setzt sich gegen Hate Crime und gegen Konversionstherapien ein
- Als queere Frau sind mir alle queeren Themen wichtig
- Im Dialog zentrale Themen bzw ‚Erdahrungen‘ für eine Veränderung einbringen, die dann politisch umgesetzt werden können. Und natürlich-mich zur Wahl empfehlen😎
Wahlkreis Oberaargau
Franziska Gerber-Möri
Wahlkreis: Oberaargau
Partei: Grüne
Listen- und Kandidierendennummer: 13.02.1
- Ich begegne Menschen grundsätzlich offen und unvoreingenommen. Ich bin mit queer quasi aufgewachsen. Einer meiner besten Freunde gehört hier dazu und viele Bekannte. Zudem habe ich auch schon eine Hochzeit für ein homosexuelles Paar als Theologin durchgeführt. In meinem eigenen Theaterstück habe ich die Thematik des Nichtverständnisses für queer aufgenommen. Zudem habe und hatte ich diverse Kontakte im Gymnasium mit queeren Menschen, vor allem in meiner Beratungsfunktion für Schüler*innen.
- Ich thematisiere das Queer-sein jeweils im gymnasialen Unterricht bezüglich fundamentalistisch-religiösen Richtungen im EF Religion und zeige die Problematik der Ablehnung auf. Ich habe eine Veranstaltung zum Thema Queer-sein besucht, um mich besser zu informieren und mich sprachlich ausdrücken zu können. Ich pflege Freundschaften mit queer-Menschen. In meinen Beratungen setze ich mich gemeinsam mit jungen Menschen mit ihren Herausforderungen als queere Menschen auseinander.
- Die Grünen lehnen beides strikt ab. Ich persönlich finde Konversionstherapien ein absolutes No-Go! Homosexualität ist menschliche Sexualität, da gibt es nichts zu therapieren.
- Die Gleichstellung in der Gesellschaft und in der Politik. Es geht ums Mensch-sein in all seinen bunten Facetten, was ich als enorm bereichernd empfinde. Mir liegt es besonders am Herzen auf Diskriminierungen hinzuweisen und diese unterstützend zu verändern. Hierfür dient mir mein Bildungsauftrag und meine beraterische Tätigkeit am Gymnasium Oberaargau.
- Ich würde mich freuen, wenn hab queer mich zur Wahl in den Grossrat am 29.3.2026 empfehlen würde, damit ich eure Anliegen auch kantonal vertreten kann.
Wahlkrreis Oberland
Fabian Bieri
Wahlkreis: Oberland
Partei: SVP
Listen- und Kandidierendennummer: 09.04.1
- Ich bin homosexuell und lebe offen und ohne mich zu verstellen damit – ehrlich, authentisch und im Einklang mit mir selbst.
- Ich bin sichtbar, soweit es sich für mich richtig anfühlt – nicht als Statement, sondern als Teil meines Lebens.
- Es steht mir nicht zu, an dieser Stelle ein Gesamtbild zu vermitteln.
- Mir ist wichtig, dass queere Menschen vor Gewalt und Diskriminierung geschützt sind und ihr Leben frei und selbstbestimmt führen können.
- Für mich wäre es wertvoll, wenn HAB Queer Bern ihre Perspektiven und Erfahrungen einbringt, mir bei queeren Fragestellungen Orientierung gibt und als Ansprechpartnerin dient, um Anliegen aus der Community besser zu verstehen und verantwortungsvoll weiterzutragen.
Diese fünf Fragen hat «hab queer bern» gestellt.
- Wo bist du offen queer in deinem Leben?
- Wie siehst du das mit deiner Sichtbarkeit?
- Wie steht deine Partei zu den Themen Hate Crime und dem Verbot von Konversionstherapien
- Welche queeren Themen willst du insbesondere verfolgen?
- Wie könnte «hab queer bern» dich dabei unterstützen?
Gregor Lüthi
Wahlkreis: Oberland
Partei: Die Mitte
Listen- und Kandidierendennummer: 5.12.6
- Überall
- Ich lebe es in jeder Situation aus.
- Es kommt extrem auf die Region an.
- Queere Menschen sollten in der Gesellschaft als völlig normal betrachtet werden, deswegen würde ich mich für mehr rechtlichen Schutz für solche Menschen einsetzen.
- Beim Wahlkampf durch Unterstützung via Social Media. Bei einem allfälligen Amt durch persönlichen Austausch.
Wahlkreis Thun
Jonas Baumann-Fuchs
Wahlkreis: Thun
Partei: EVP
Listen- und Kandidierendennummer: 15.03.2
- Ich setze mich gegen die Diskriminierung von LGBTQ+ ein, als Politiker aber ebenso als Verleger.
- Ich bin seit fast 20 Jahren im Stadtrat und da setze ich mich sichtbar für LGBTQ+ ein.
- Da ist meine Partei leider noch gespalten, aber die Aufarbeitung hat begonnen.
- Ich versuche in meinen “Kreisen” Aufklärungsarbeit zu leisten. z. B. mit der Publikation von https://www.mosaicstones.ch/duerfen-auch-wir-dazugehoeren
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Claudius Domeyer
Wahlkreis: Thun
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 02.04.6
- Ich bin seit 16 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Meine sexuelle Orientierung ist ein Teil meiner Identität.
- Bevor die „Ehe für alle“ eingeführt war, wurde ich als schwuler Mann quasi auf jedem Formular als solcher sichtbar (wenn der Zivilstand „in eingetragener Partnerschaft“ angegeben werden musste). Nun darf ich selbst wählen, wann und wo ich bewusst sichtbar werden möchte!
- Die SP verurteilt Hate Crime und lehnt Konversionstherapien ab.
- Als Pflegefachmann interessiert mich aktuell die Versorgungslage und Bedürfnisse von älteren queeren Menschen: z. B. inwiefern können ihre Bedürfnisse in Alters- und Pflegeheimen unterstützt werden? Als Dozent in der Pflegeausbildung setze ich mich bei den Studierenden dafür ein, dass die Genderidentät von Patient:innen ebenso selbstverständlich respektiert wird, wie Nahrungsunverträglichkeiten. Beides sind Themen, für die ich mich auch politisch stark mache.
- Für die Grossratswahlen im Kanton Bern hilft mir die Sichtbarkeit als queerer Kandidat, die durch hab queer bern ermöglicht wird.
Matthias Döring
Wahlkreis: Thun
Partei: SP
Listen- und Kandidierendennummer: 02.05.4
- Ich bin ein offener Mensch und bin mir bewusst, dass Menschen wegen ihrer Sexualität immer noch ausgegrenzt werden, was nicht in Ordnung ist.
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- Die SP positioniert sich eindeutig zu diesen Themen und ist klar gegen Hate Crime und Konversionstherapien.
- Ich unterstütze die Anliegen und Forderungen der SP und setze mich für eine Politik ein, die verbindet.
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Du bist queer und stellst dich auch zur Wahl? Wenn du den Fragebogen ebenfalls ausfüllen willst, hier ist das Formular: https://habqueerbern.ch/angebote/politik/wahlen-2026/