Die psychische Gesundheit von LGBTIQA+ Menschen ist belastet

Forderung nach einer Nationalen Strategie

LGBTIQA+ Menschen in der Schweiz sind psychisch deutlich stärker belastet als die Gesamtbevölkerung, wie Studien vielfach zeigen. Es besteht dringender Handlungsbedarf – politisch, gesellschaftlich und in der Gesundheitsversorgung. Darum legen die LGBTIQ-Dachverbände LOS, Pink Cross, TGNS und InterAction heute zusammen mit diversen queeren Organisationen sowie Expert*innen aus Forschung und Praxis die LGBTIQA+ Mental Health Strategie vor.

LGBTIQA+ Menschen sind stärker von Depressionen, Angststörungen und Suizidalität betroffen als der Rest der Bevölkerung. Das zeigen diverse Studien und auch die Erfahrungen der 15 beteiligten zivilgesellschaftlichen Organisationen: «LGBTIQA+ Menschen stossen in der Gesundheitsversorgung noch immer auf Hürden, Unwissen oder Diskriminierung. Das muss sich ändern!» sagt Alessandra Widmer, Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS). Und sie ergänzt: «Die psychischen Belastungen unterscheiden sich je nach Lebensrealität innerhalb der LGBTIQA+ Communities. Deshalb braucht es neben einer allgemeinen Sensibilisierung auch vertieftes, spezifisches Fachwissen.» 

«Wenn man irgendwann nicht mehr Gewalt erfährt, nicht mehr diskriminiert wird, wenn man anerkannt, akzeptiert, wertgeschätzt, inkludiert und geliebt wird für das, was man ist, dann glaube ich, dass das viele Probleme des Wohlergehens lösen würde.»
Eli, 34 Jahre, Intergeschlechtlich, Nicht-Binär, Pansexuell

2022 hat der Bundesrat im Bericht zum Postulat 19.3064 von Nationalrätin Samira Marti Unterschiede in der gesundheitlichen Verfassung von LGBT-Personen und der Allgemeinheit beschrieben. Jann Kraus, Vorstandsmitglied von TGNS, ordnet ein: «Der Bundesrat hat die gesundheitlichen Ungleichheiten anerkannt – doch konkrete Schritte fehlen noch. Währenddessen wird unsere Gesundheit vermehrt politisch instrumentalisiert, das ist verantwortungslos. Umso wichtiger, dass der Bund jetzt seinen Versprechungen nachkommt.» 

«Die Gesundheit von LGBTIQA+ Personen ist eng mit gesellschaftlichen Haltungen und gesetzlicher Gleichstellung verknüpft. Wenn ganze Bevölkerungsgruppen systematisch stärker psychisch belastet sind, ist das kein Randthema – es ist ein gesellschaftliches und volkswirtschaftliches Problem», sagt Daniel Furter, Geschäftsleiter von Pink Cross, und ergänzt: «Das Wohlergehen von LGBTIQA+ Personen ist darum auch Verantwortung der Politik: Wir fordern Entscheidungstragende auf, sich zeitnah diesem Thema anzunehmen.»

Als wichtiger Schutzfaktor für die psychische Gesundheit zeigt sich immer wieder die Aufgehobenheit in Communities, wie auch Urs Vanessa Sager von InterAction Schweiz betont: «Organisationen in der ganzen Schweiz leisten wichtige Arbeit für das Wohlergehen von LGBTIQA+ Menschen. Umso wichtiger ist es, dass ihre Expertise auch bei zukünftigen Massnahmen einfliesst.» Die beteiligten Organisationen erwarten vom Bund und den Kantonen nun konkrete Schritte und stehen bereit, ihre Expertise in die Umsetzung einzubringen. 


Downloads:
LGBTIQA+ Mental Health Strategie (deutsch): https://qr.los.ch/r/MHstrategie


Medienmitteilung vom 5. März 2026
Lesbenorganisation Schweiz (LOS), Pink Cross, Transgender Network Switzerland (TGNS) und Interaction

Kommentare
  1. Michael Fuss sagt

    Achtung: Pink Cross ist vollkommen nutzlos, wenn man wegen Diskriminierung Hilfe sucht.

    Vor sechs Jahren habe ich versucht von denen Hilfe zu bekommen, weil mich der Schweizer Buchhandels- und Verlagsverband (SBVV) nicht dazu beraten wollte wo ich in der Schweiz Science-Fiction und Fantasy Literatur finde.
    Mit keinem Wort habe ich gegenüber der Geschäftsführerin Tanja Messerli erwähnt, dass ich schwul bin oder queere Literatur suche. Trotzdem wollte mich diese Frau und der Schweizer Buchhandels- und Verlagsverband einzig und alleine und gegen alle meine Proteste nur und ausschliesslich zu queerer Literatur beraten.

    Ich habe versucht als Mitglied bei Pink Cross Hilfe zu bekommen. Ich habe versucht als Mitglied bei der hab queer bern Hilfe zu bekommen. Ich habe versucht bei der LGBTIQ-Helpline Hilfe zu bekommen.

    Keine dieser Stellen wollte mir helfen.

    Stattdessen haben dann auch noch Pink Cross und die hab queer bern mich mit Informationen zu queerer Kultur zu gespammt. Dabei ist genau das der Grund, warum niemals öffentlich machen will ob und was ich für queere Kultur konsumiere: Die unfassbar grenzenlose Arroganz der (queeren) Kulturschaffenden dann auch noch (zur Strafe) immer weitere Werke und Dinge von denen zu kosumieren.

    Selbst wenn das irgendwie der Sache des Kampfs gegen Diskrimierung helfen könnte: Ich sehe dort kein Ende. Meine gewaltige Angst ist, dass man anschliessend noch von mir erwartet, dass ich auch, wenn keine queeren Themen bespielt werden, noch ins PROGR, lokale Theater, lokale Kinos oder ins Bierhüebeli gehe.

    Meine Erwartung und Hoffnung ist aber, dass dieser Einsatz gegen Diskriminierung eines wirklich schönen Tages zu Ende ist.
    Selbst wenn das in 25 Jahren ist, kann ich dann eine “Endlich muss ich nicht mehr ins queere Theater, Kino, Konzert, Vernissage gehen”-Feier feiern und mich dem Stapel an in all den Jahren liegengelassenen Sci-Fi-Romanen, von mir wirklich gemochten Sängern und den Stapel an Videospielen zuwenden.

    So wie ich aber leider die Community erlebt habe, gibt es dort eine wirklich grosse Masse an missgünstigen Kulturschaffenden, die mir selbst diese kleine Hoffnung, dass das alles mal vorbei ist, missgönnen und mich daher à toute force umerziehen wollen endlich deren Musik, Kunst, Literatur und Film lieben und wertschätzen zu lernen.

    1. Ludwig sagt

      Lieber Michael
      Dass ist ein etwas wirrer Kommentar von dir. Wie kommst du darauf, dich bei hab queer bern und bei Pink Cross nach Science-Fiction und Fantasy Literatur zu erkunden? Das sind für eine solche Anfrage sicher nicht die richtigen Organisationen. Beide setzen sich für die Rechte von LGBTIA-Personen ein. Sie sind keine Literatur-Kaufberater. Woher sollen die wissen, wo du in der Schweiz Science-Fiction und Fantasy Literatur finden kannst? Das ist nicht ihre Aufgabe. Ich würde es mal in einer Buchhandlung oder im Internet versuchen. Da findest du sicher viele Science-Fiction und Fantasy Bücher. Immerhin, hab queer bern hat eine Bibliotheke, und die ist, entsprechend der Ausrichtung des Vereins, auf queere Literatur ausgerichte. Es ist also nur hilfreich und nett von ihnen, dass sie dir sagen, welche queeren Science-Fiction und Fantasy Bücher sie haben. Andere haben sie nämlich nicht. Niemand zwingt dich queere Kultur zu konsumieren. Aber dass Organisationen, die queer Kultur pflegen, diese auch vorschlagen, ist logisch. Es wäre sogar seltsam, wenn sie dies nicht tun würden.

      1. Michael Fuss sagt

        Ich habe mich nicht bei diesen Organisationen nach SciFi- und Fantasy Literatur erkundet.

        Ich habe mich beim Schweizer Buchhandels- und Verlagsverband (SBVV) danach erkundet.
        Bei dieser neutralen Stelle wollte man dann mich, weil ich schwul bin, nur zu queerer Literatur bringen.

        Erst darüber habe ich mich dann erfolglos versucht beim SBVV zu beschweren und Hilfe bei Pink Cross und der hab queer bern zu erhalten. Weil ich das als (wahrscheinlich sogar gutgemeinte…) Diskriminierung gegen mich betrachte.

        In der Pandemie bin ich nämlich von Amazon zum lokalen Buchhandel gewechselt um den zu unterstützen. Jedoch finde ich es extrem schwer dort meine Lesegewohnheiten zu bewahren.

        Von der Community gab es da für mich keine Hilfe. Stattdessen eher, für mich gefühlt, grossen Druck endlich die lokale, queere Kultur kennenzulernen.

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