«Flüssiges Wasser»

Schweizer Kurzfilm zum Thema «Genderfluid».

Das Team

Celeste, Davide und Sandro lernten sich auf der Internet-Plattform «Purplemoon» kennen, wo im Chat schon lange die Idee einen Coming-out-Film zu drehen herumschwirrte. Sie wollten diese Idee konkretisieren und trafen sich deshalb in der realen Welt. Dass es das Thema «Genderfluid» sein soll, war schnell klar und die Aufgaben wurden sogleich verteilt. Celeste, die schon ein Kinder-Musical komponiere und einen Kurzfilm zum Thema Depression drehte, schrieb des Drehbuchs und übernahm auch gleich die Regie. Davide, der bisher mit Film nicht viel am Hut hatte, wurde zum Regieassistent ernannt. Seinen Erfahrungen als Sanitäter im Militär ist es zu verdanken, dass «Flüssiges Wasser» – so soll der Film heissen – teilweise in einer Armeekaserne spielt. Sandros Leidenschaft ist die Musik, er hat sich ein Heimstudio aufgebaut und sich die Fähigkeiten der Tontechnik angeeignet. Klar, dass er für den Ton im Film verantwortlich ist. Das Team wurde erweitert mit Lara, die für das Kostümdesign zuständig ist, Martin führte die Kamera und Tabea, die ausgebildete Maskenbildnerin, zeigt was sie gelernt hat.

Der Plot

Im Kurzfilm «Flüssiges Wasser» geht es um Julian (Jari Krucker). Er weiss, dass er anders ist, dass er genderfluid empfindet. Doch bisher hat er sich aus Scham nicht getraut es jemandem zu sagen. Zu gross ist seine Angst vor den Reaktionen seines Umfelds. Motiviert tritt er bei der Schweizer Armee zur obligatorische Dienstpflicht an. Dort verliebt er sich in die Rekrutin Alexandra (Laura Isabelle Schenkel) und lernt seine Mitstreiter kennen. Doch als er heimlich seine weibliche Seite auf dem Mädchenklo auslebt, wird er erwischt. Julian erfährt durch das unfreiwillige Outing, wie es ist, auf Abweisung zu stossen für etwas, worauf er keinen Einfluss hat. Er erfährt ebenfalls, wie hart und schnell das Urteil über Minderheiten gefällt werden kann. Gerade durch diese schmerzhaften Erfahrungen darf er aber auch fühlen, wie es ist, als Mensch bedingungslos akzeptiert zu werden und in einem weiteren Schritt für sich selbst einstehen zu können.

Die Message

Wieso eigentlich entschieden sich die Filmemacher* für das Thema «Genderfluid»? Auf ihrer Homepage zum Film erzählen sie: «Während auf unsere Community in Sachen Gleichberechtigung und Akzeptanz noch viel Arbeit wartet, denken wir doch auch, dass in den letzten Jahren schon einiges an Aufklärungsarbeit geleistet wurde. Wir fanden jedoch, dass das Thema «Genderfluidität» bisher noch zu wenig Beachtung erhalten hat. Deshalb wünschen wir uns, dass dieser Begriff mehr Bekanntheit erlangt, dass über das Thema mehr diskutiert und somit für genderfluide Personen mehr Verständnis entwickelt wird.»

«Genderfluidität» bedeutet, dass sich eine Person manchmal als Mann, andere Male als Frau fühlt. Dies kann alle paar Tage, Stunden oder gar Minuten wechseln. Eine genderfluide Person passt die Pronomen je nachdem, welchem Geschlecht sie sich gerade zugehörig fühlt, an oder wählt ein festes Pronomen, das immerzu verwendbar ist. Im Englischen brauchen viele genderfluide Personen die Pronomen der dritten Person Mehrzahl «they/them», was in der Schweiz nicht so gebräuchlich ist. Dass das Wort «Genderfluidität» auf der deutschen Wikipedia Seite noch keinen Eintrag hat, mag erstaunen, ist aber nachvollziehbar. Der Begriff ist weniger bekannt, als die Filmcrew zu Beginn vermutet hatte. «Im Grunde geht es uns darum, dass Menschen, unabhängig von Geschlechtsidentität und Sexualität, frei von Vorurteilen und ohne sich verstecken zu müssen, leben können. Wir hoffen, mit diesem Film einen kleinen Beitrag zu dieser Vision beisteuern zu können.

Der Film «Flüssiges Wasser» ist auf YouTube veröffentlicht: https://youtu.be/1yDN8PxLlA8

Auf der Website gibt es Infos zur Entstehung des Filmes: www.filmfluessigeswasser.ch

 

 

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.