Bern Pride – noch stärker sind wir zusammen!

Demo und Festival am Samstag, 25 Juli

Queerfeindlichkeit nimmt leider wieder zu. Umso wichtiger ist es Präsenz zu markieren und Forderungen zu stellen. Dafür ist die Pride da, aber auch um zu feiern – sich selbst und unsere starke Gemeinschaft. Das Festival auf dem Bundesplatz mit Konzerten von Sivilian, Milune und Carrousel. Drei Acts mit Eurovisions-Potenzial!

Auch wenn es ein paar Homophobe auf die Palme bringen wird, schmückt die Stadtverwaltung am 25. Juli die schönen Gassen von Bern wieder mit Pride-Fahnen. Was erfreulicherweise nur ein paar wenige ärgern wird, sorgt dafür bei vielen für Glücksgefühle. Als Einwohner*in der Stadt, weiss mensch es zu schätzen, wenn die Regierung eine ihrer Minderheiten nicht nur mit Worten, sondern auch mit Regenbogen-bunten Taten unterstützt. So ist es auch möglich, dass der Umzug wieder durch die Altstadt führt. Besammlung ist ab halb Eins auf dem Waisenhausplatz. Nach ein paar Reden startet die Demo um 13.30 Uhr. Die Route führt durch die Markt-, Kram- und Gerechtigkeitsgasse, den Nydeggstalden hinunter in die Matte, dann der Aare entlang bis zur Marzili-Schule, die stotzige Sulgeneckstrasse hinauf bis zum Ziel, dem Festivalgelände auf dem Bundesplatz.

 

5 Forderungen

Wenn wir am Demonstrationsumzug am 25. Juli dabei sind, teilen wir die fünf Forderungen mit, die der Verein Bern Pride aufgelistet hat: Sie fordert …

  1. die Erweiterung der Antirassismus-Strafnorm auf trans und inter­­geschlechtliche Personen!
  2. die Option eines dritten Geschlechtseintrags auf nationaler Ebene!
  3. ein explizites und wirksames Verbot von jeder Form von «Konversions­­therapie»!
  4. ein Verbot von medizinisch nicht notwendigen Operationen an inter­geschlechtlichen Kindern!
  5. eine Verbesserung der rechtlichen Absicherung von Regenbogen­familien und einen gleichberechtigten Zugang zur Fortpflanzungs­­­medizin!

Hier kannst du die Forderugnen nachlesen: https://www.bernpride.ch/about-us/forderungen

Auf dem Bundesplatz angekommen, steht dort nicht nur die Bühne, auf der einiges geboten wird an diesem Samstag, sondern auch viele Stände. Da kannst du dich mit Essen und Getränken versorgen oder dich informieren und austauschen an den Ständen der diversen LGBTI-Vereinen.

 

Bern Pride – Sprungbrett zur Eurovision?

Während andere Prides in Europa oft siegreiche oder gescheiterte Eurovisions-Teilnehmende für ihr Show-Programm einladen, agiert die Bern Pride zukunftsweisender. Schon zweimal hatte sie spätere ESC-Kandidat*innen engagiert. 2023 trat Nemo an der Pride in Bern auf und ging ein Jahr darauf an den ESC, welchen dei bravourös gewann! Veronica Fusaro gab im Jahr 2024 ein Konzert am Pride Festival auf dem Bundesplatz und ging heuer für die Schweiz an den Eurovision Song Contest nach Wien. Sie war allerdings nicht so erfolgreich wie Nemo. Aller guten Dinge sind drei, sagt mensch. Hat die Veranstalterin der Bern Pride auch dieses Jahr Acts eingeladen mit ESC-Potenzial? Werden wir am 25. Juli den nächsten ESC-Act bejubeln können? Das ist durchaus möglich.

Da wäre beispielsweise der Oberländer Sivilian, der bereits zum zweiten Mal an der Bern Pride auftritt. Der symphytische schwule Sänger wäre eine gute Wahl für den Gesangswettbewerb. Mit seinem emotionalen Pop, der ehrliche Geschichten in englisch erzählt, und einer grossen Portion Charisma bringt Sivilian frischen Wind auf die Bühne. Der Künstler aus Thun verarbeitet in seiner Musik persönliche Erfahrungen, Queerness und gesellschaftliche Themen – direkt, nahbar und ohne sich zu verstellen. Wer Sivilian live erlebt, merkt schnell: Hier steht jemand auf der Bühne, der Musik nicht einfach performt, sondern lebt. So jemanden würde mensch gerne sehen am ESC.

Wenn es etwas frecher sein soll, empfiehlt sich die Zürcherin Milune. Sie hat erst kürzlich die Singel «You believe in Jesus, I believe in Pussy» veröffentlicht — und mit Pussy meint sie nicht kleine Kätzchen. Im Video dazu knutscht sie mit ihrer Freundin in einer Kirche. Weil etwas Provokation am ECS immer gut ankommt, wäre sie eine ideale Kandidatin für den nächsten Song Contest. Bestimmt wird sie mit ihren energiegeladen elektronischen Beats, mit ihrem modernen Pop, der gleichzeitig intim und kraftvoll ist, auch beim Berner Pride-Publikum gut ankommen. 12 Points for Milune!

Bereits etwas Eurovision-Erfahrung hat das Westschweizer Duo Carrousel. Sie nahmen 2013 nämlich an der Schweizer ESC-Vorentscheid-Show teil und erreichten dort hinter der unsägliche Heilsarmee-Band den zweiten Platz. Ihr leichter French-Pop mit viel Summer-Feeling ist nicht nur ideal, um den Bundesplatz in ausgelassene Ferien- und Festlaune zu bringen, sondern wäre auch ein würdiger ESC-Act. Ob die beide Mittvierziger Sophie und Léonard jedoch nochmals auf das ESC-Karussell aufspringen wollen, steht auf einem anderen Blatt. Doch Carrousel sind perfekt für einen Pride-Sommerabend mitten in Bern. Ihre Konzerte fühlen sich weniger wie klassische Auftritte an, sondern eher wie eine gemeinsame Reise mit dem Publikum – voller Wärme, Bewegung und guter Stimmung.

 

Reden, DJs, Dragshow und Afterpartys

Bevor die Show-Act mit ESC-Potenzial auf die Bühne kommen, heizt DJ Jasi Pink das Publikum ein. Sie bringt Glitzer, Energie und kompromisslos gute Stimmung. Zwischen bekannten Hits, überraschenden Remixes und euphorischen Beats sorgt Jasi Pink für genau die Momente, in denen getanzt, mitgesungen und gefeiert wird. Ein Set voller Energie, Freiheit und Pride-Feeling.

Ein Muss an den Prides sind die Reden und Ansprachen. Das BernPride Festival bietet Raum für politische Stimmen und wichtige gesellschaftliche Themen. Auf der Bühne erwarten dich verschiedene Beiträge, die auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam machen, Perspektiven sichtbar machen und zeigen, warum die Pride auch heute noch politisch ist. Wir sind gespannt, was zum Paradiesli-Eklat gesagt wird. Die Wegweisung einer Trans*Frau aus dem FKK-Bereich für Frauen im Marzili-Bad wurde diesen Sommer rege diskutiert und bietet eine Steilvorlage für ein queer-politisches Statement.

Natürlich darf an der BernPride auch eine Drag Show nicht fehlen. Freut euch auf glamouröse Looks, grosse Performances, starke Persönlichkeiten und jede Menge Unterhaltung. Die Drag Show bringt den Bundesplatz zum Glitzern und sorgt für unvergessliche Pride-Momente. Zum Abschluss des Festivals verwandeln DJ N!K und Hortus Duplex den Bundesplatz in einen Open-Air-Club. Mit treibenden Beats, hypnotischen Sounds und viel Energie sorgen sie für den perfekten Festival-Closing-Moment – laut, intensiv und voller Pride-Vibes.

Um 22 Uhr wird der letzte Track von DJ N!K und Hortus Duplex auf dem Bundesplatz verklungen sein. Doch die Party ist noch nicht zu Ende. Im Bierhübeli startet um 23 Uhr die offizielle Bern Pride Party. Dort werden dich die DJs Tylor Cruz und Nina Powel mit poppigen Rainbow Heartbeats zum Tanzen bringen. Der Klub Stellwerk über den Gleisen des Bahnhofs Bern verspricht einen Nacht-Rausch. Mit einer gewaltigen Ladung Bass und treibenden Techno-Beats feiern die DJs Kai, Dauerwelle und Clausette die Vielfalt, Freiheit und Liebe bis in die frühen Morgenstunden.

 

Der Morgen danach

Im Rahmen der BernPride findet am Sonntag, 26. Juli um 13 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul an der Rathausgasse eine queere multireligiöse Feier statt. Sie wird gestaltet von queeren und nicht-queeren Personen aus dem Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam. Alle, die mitfeiern wollen, sind herzlich eingeladen – unabhängig ihrer Religion, sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Nach der Feier gibt es einen Apéro und die Gelegenheit, sich auszutauschen.


Mehr Infos auf www.bernpride.ch

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.