Queer durch Bern

Eine Zeitreise gegen den Strom

Der Verein StattLand ist bekannt für seine sowohl informativen wie auch unterhaltsamen Stadtrundgänge. Neu hat er einen im Programm, der sich dem queeren Bern widmet. Am Donnerstag, 24. November findet der Rundgang zum ersten Mal statt.

«Wir lieben Bern, wir lieben Geschichte(n) und lieben es, diese Wissen weiterzugeben» steht auf der Homepage des Berner Verein StattLand, der 1989 gegründet wurde. Er hat sich auf die lebendige Vermittlung der Alltagsgeschichte und Lebenswelten spezialisiert hat. «Wir setzen uns mit gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Fragen auseinander und vernetzen Wissen. Stadt und Agglomeration Bern dienen uns als Ausstellung und Bühne zugleich, um relevante und aktuelle Themen zu inszenieren.» Über sechzig Personen setzen sich mit viel Herzblut und Engagement für StattLand ein: Rundgangleitende, die bei jedem Wetter mit ihren schwarzen Taschen zu sichten sind; Schauspielende, die sich in halb versteckten Gassen für eine neue Rolle umziehen; Projektteams, die neue Angebot entwickeln; drei Mitarbeitende auf der Geschäftsstelle, die findig für jedes Problem eine Lösung parat haben und ein Vorstand mit sechs Mitgliedern, die die künftige Ausrichtung des Vereins bestimmen.

Eine Zeitreise gegen den Strom

Angeregt durch das 50-Jahre-Jubiläum von hab queer bern hat StattLand einen Rundgang zu queerer Geschichte in Bern realisiert. Auf einer abenteuerlichen Reise durch die Zeit entdeckt das Publikum vergangene Herzensorte und begegnet Kultur, Aktivismus, Debatten und Alltag queeren Lebens. «Zwischen Matte und Marzili nehmen wir Sie mit auf eine Zeitreise entlang der Aare – gegen den Strom, so wie die Geschichte, die wir erzählen. Gemeinsam tauchen wir ein in fünfzig Jahre queeres Bern in seiner ganzen Vielfalt und erleben hautnah mit, was in dieser Zeit erkämpft wurde und wo noch Nachholbedarf besteht.»

Fotos: Michael Arn

Warum die Telearena ein Türöffner war und wo die Bären tanzen und die Zwetschgen grillen. Wie Sprache Realität schafft und weshalb sich Polit- und Kommerzschwestern belächeln. Wo Frauen unter sich sind und wieso Kategorien manchmal alles komplizierter machen. Das alles erfährst du auf dieser Zeitreise.

Der Rundgang bietet einen historischen Überblick über die für eine breite Bevölkerung noch wenig bekannte Geschichte, wirft aber gleichzeitig aktuelle Fragen auf. Dadurch soll das Publikum auf der persönlichen Ebene abgeholt, für blinde Flecken in der eigenen Wahrnehmung sensibilisiert und zum Denken angeregt werden. Ein zentrales Anliegen ist es, eine Vielfalt queerer Identitäten, Geschichten und Themenfelder abzubilden. Der Rundgang nimmt bewusst Aspekte in den Blick, die üblicherweise eher im Verborgenen bleiben. So wird beispielsweise beleuchtet, wie unterschiedlich der Kampf um Sichtbarkeit und Anerkennung auch innerhalb der queeren Community bis heute geführt wird. Der kunterbunte Rundgang endet im Jetzt und Heute und bringt die Zuschauer*innen auf neue Ideen und Gedanken, die sie in die Zukunft begleiten: Queer hören und sprechen, dabei Pronomen wegfallen lassen und gemeinsam das Spiel einer geschlechterfreien Welt spielen.

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