Vita & Virginia

Am 14. und 15. Dezember im Kino Rex

Dienstag, 14. Dezember, 20:30 Uhr
Mittwoch 15. Dezember, 18:00 Uhr

Vita & Virginia

Großbritannien/Irland 2018, 105 Min., digital HD, E/d
Regie: Chanya Button
Drehbuch: Eileen Atkins , Chanya Button
Mit: Gemma Arterton, Elizabeth Debicki, Isabella Rossellini, Rupert Penry-Jones, Peter Ferdinando

Im Kino Rex Bern

 

 


«Unabhängigkeit kennt kein Geschlecht»

1928 erschien der bekannteste Roman der Schriftstellerin Virginia Woolf, «Orlando». Die Hauptfigur ist der Aristokratin Vita Sackville-West nachempfunden, mit der Woolf in langjähriger Freundschaft und lesbischer Liebe verbunden war. Auf Grundlage der Briefe zwischen Vita und Virginia, und einem darauf beruhenden Theaterstück, zeichnet der Film die Beziehung der beiden Frauen nach.

Wenn von den grossen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts die Rede ist, dann führt eigentlich kein Weg an Virginia Woolf vorbei. Auch wenn sie letztendlich nicht viele Bücher geschrieben hat vor ihrem tragischen Selbstmord im März 1941, so gilt sie doch als eine bedeutendsten Vertreterinnen der Moderne. Es sind aber nicht nur ihre Romane, die sie zu einer einflussreichen literarischen Stimme machten. Sie war auch eine Ikone der Frauenbewegung aufgrund ihrer scharfsinnigen Essays, die sich mit der Rolle der Frau auseinandersetzen. Dass sie zudem eine Liebesbeziehung mit einer Frau einging, zu einer Zeit, als das noch verpönt war, macht sie erst recht zu einer spannenden Figur. (film-rezensionen.de)

«She was man; she was woman; she knew the secrets, shared the weaknesses of each», schrieb Virgina Woolf in «Orlando». Die schillernde Hauptfigur, die sich über fast vier Jahrhunderte vom jungen Höfling zur Frau metamorphisiert und am Ende als Dichterin berühmt wird, hat ein reales Vorbild: die androgynen Schriftstellerin Vita Sackville-West (1892–1962), mit der die Autorin liiert war. Woolf Roman «Orlando» gilt als Liebeserklärung an die langjährige Freundin.

Auf der Basis des gleichnamigen Theaterstücks von Eileen Atkins, das den Briefwechsel zwischen Woolf und Sackville-West als Quelle verwendete, hat die Filmemacherin Chanya Button die Freundschaft und Liebesgeschichte zwischen den beiden Künstlerinnen für die Leinwand adaptiert. Die historische Geschichte wird dabei in satte, luxuriöse Bilder gekleidet – der Kameramann Carlos De Carvalho hat an Filmen wie «Black Widow», «Spider Man» und «Mission Impossible» mitgearbeitet. Den Blockbuster-Look trägt er auch in das eher intime Drama hinein. Sogar die CGI-Effekte fehlen nicht. Wenn Virginia Woolf im Wahn von pickenden Vogelschwärmen halluziniert, sieht «Vita & Virginia» kurzzeitig aus wie ein hochfrisiertes Remake von Hitchcocks «Die Vögel».

Dienstag, 14. Dezember, 20:30 Uhr
Mittwoch 15. Dezember, 18:00 Uhr
Im Kino Rex Bern