MISS

Am 28. und 29. Dezember im Kino Rex

Dienstag, 28. Dezember, 20:30 Uhr
Mittwoch 29. Dezember, 18:00 Uhr

MISS

Frankreich/Belgien 2020, 103 Minuten, digital, OV F/d
Regie: Ruben Alves
Drehbuch: Elodie Namer, Ruben Alves
Mit: Alex Wetter, Pascale Arbillot, Isabelle Nanty, Thibault de Montalembert, Stéfi Celma

Im Kino Rex Bern

 


Schon seit Kindertagen träumt ein androgyner junger Mann davon, am Schönheitswettbewerb «Miss France» teilzunehmen. Als Erwachsener wagt er den Schritt, bewirbt sich unter einer falschen weiblichen Identität und schafft prompt die erste Hürde, einen Regionaltitel zu ergattern. Der «Miss France»-Wettbewerb wird allerdings in vielfacher Hinsicht zum Härtetest und zwingt ihn, sich zu fragen, wer er eigentlich sein will.

Die Tragikomödie nutzt das Sportfilm-Muster des Kampfs eines Aussenseiters um Ruhm und Anerkennung für eine Abrechnung mit normierten Körper- und Geschlechterbildern und verbindet die vielschichtig gezeichnete Geschichte einer Selbstfindung jenseits der binären Geschlechterordnung mit einem satirischen Blick auf Last und Lust mit der Weiblichkeit, wie sie durch Schönheitswettbewerbe und Castingshows postuliert wird.

Aber was ist das eigentlich: Weibliche Schönheit? Die Crux und grösste Angriffsfläche der Beauty Contests bleibt, dass sie diese Frage auf eine Weise beantworten, die extrem restriktiv ist. Regisseur Ruben Alves lässt all diese Pros und Contras teils ganz explizit in seinen Film «Miss» einfliessen, in dem es um eine Miss-Wahl geht – mit einem besonderen Drall: Die Schönheit, die hier schon seit Kindertagen vom Titel als schönste Frau Frankreichs träumt, ist gar keine Frau, sondern ein junger Mann.

Eine Familie, die ihn unterstützen könnte, fehlt ihm, aber immerhin hat er eine Clique, die für ihn da ist. Zwar hält seine ruppig-mütterliche Vermieterin, eine gestandene Feministin, den Schönheitswettbewerb für einen «Tempel der Unterdrückung» und geizt nicht mit giftigen Bemerkungen, doch der Rest seiner ethisch und sexuell bunt zusammengewürfelten Hausgemeinschaft und ein alter Freund aus dem Box-Club, in dem Alex eine Art Hausmeisterjob hat, unterstützen ihn. Wobei vor allem die ältere Trans-Prostituierte Lola sich bei der Perfektionierung des weiblichen Äusseren als hilfreich erweist. Ein falscher Pass auf den Namen «Alexandra» ist schnell besorgt, und die erste Hürde, die Konkurrenz um den Regionaltitel der Miss Île-de-France, meistert Alex souverän. Doch als die Kandidatinnen aus allen Teilen Frankreichs unter dem gestrengen Regime der «Miss France»-Leiterin Amanda, um einen Platz im Finale zu konkurrieren beginnen, wird es ernst. (filmdienst.de)

Dienstag, 28. Dezember, 20:30 Uhr
Mittwoch 29. Dezember, 18:00 Uhr
Im Kino Rex Bern