LIZZIE – THE LEGEND OF LIZZIE BORDEN

Am 28. und 29. Januar im Kino Rex

Dienstag, 28. Januar, 20:30 Uhr
Mittwoch, 29. Januar, 18:30 Uhr

LIZZIE – THE LEGEND OF LIZZIE BORDEN

USA 2018
Regie: Craig William Macneill
Buch: Bryce Kass
Mit: Chloë Sevigny, Kristen Stewart, Fiona Shaw, Kim Dickens, Jamey Sheridan

Im Kino Rex Bern

 

 

Ein Psychothriller über die als Schauermär in die US-amerikanische Populärkultur eingegangene Legende der mutmasslichen Axtmörderin Lizzie Borden. Mit subtilen Mitteln zeichnet der Film das Leiden der weiblichen Familienmitglieder unter dem harten Regime des Vaters nach, bis sich die erwachsene Tochter Lizzie mit dem Hausmädchen zusammentut, um gegen den Tyrannen aufzubegehren. Der von zwei starken Hauptdarstellerinnen getragene und visuell wie akustisch raffiniert inszenierte Film erzählt eine düstere Emanzipationsgeschichte vor dem Hintergrund der patriarchalischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

Sie gehört zum folkloristischen Inventar der amerikanischen Trivialkultur: Lizzie Borden. Es genügt die Erwähnung einer Axt, schon denkt man an die mutmassliche Doppelmörderin, die anno 1892 im kleinen Ort Fall River in Massachusetts Stiefmutter und Vater in einem blutigen Massaker getötet haben soll. Es gibt Opern, Krimigeschichten, einen Kinderreim und Fernsehserien die von ihrer Tat erzählen. Seinerzeit blieb der Fall ungeklärt, Lizzie Borden wurde freigesprochen, obwohl sie die Hauptverdächtige war. Wie es in den Quellen heisst, traute man einer Frau eine derart grausame Tat nicht zu.

Der Regisseur Craig Macneill konnte zwei profilierte US-Schauspielerinnen für die Rollen der Lizzie Borden und eines Dienstmädchens namens Bridget, der zweiten Hauptfigur, gewinnen: die extravagante Chloë Sevigny, Schauspielerin bei Regisseuren wie Whit Stillman und Alex Ross Perry, die den Film auch mitproduziert hat, und Kristen Stewart, die bei Kelly Reichardt (Certain Women) beeindruckte und zuletzt bei Olivier Assayas spielte. Sevigny und Stewart vollbringen in «Lizzie» einen schauspielerischen Pas de deux, wie man ihn seit Claude Chabrols «Biester/ La Ceremonie» von 1995 nicht mehr gesehen hat, wo Isabelle Huppert und Sandrine Bonnaire das Bürgertum hinrichteten.

Als mörderisches Paar verbünden sich auch Lizzie und Bridget gegen die repressive Stimmung im bürgerlichen Haushalt. Um die Gedanken und Horizonte zu öffnen, verführt die Tochter des Hauses die Magd zunächst zum Lesen. In intim-zärtlichen Gesten, die vom Einkleiden ganz natürlich in flüchtige Berührungen übergehen und zur lesbischen Affäre werden, wird der Gesinnungspakt auch körperlich besiegelt. (Dunja Bialas, Filmdienst.de)

Dienstag, 28. Januar 2020, 20:30 Uhr
Mittwoch, 29. Januar 2020, 18:30 Uhr
Im Kino Rex Bern