TACKLING LIFE

Am 23. und 24. April im Kino Rex

Dienstag, 23. April, 20:30 Uhr
Mittwoch, 24. April, 18:30 Uhr

TACKLING LIFE

Deutschland 2018
90 Min., digital HD, OV Deutsch, Englisch / UT deutsch
Regie. Johannes List
Kamera. Tim Kuhn, Eugen Gritschneder
Mit: Berlin Bruisers

Im Kino Rex Bern

 

 


Seien wir ehrlich: Rugby zählt in unseren Breitengraden nicht gerade zu den Volkssportarten, und schon gar nicht zu den Top 5 der beliebtesten Körperertüchtigungen von Schwulen. Dass Rugby dennoch Einzug in die schwule Alltagskultur hielt, dürfte wohl vor allem auf den alljährlichen Wandkalender «Dieux du Stade» zurückzuführen sein, für den sich Spieler der Pariser Rugby-Mannschaft als Aktmodelle verdingen.

Umso überraschender, dass 2012 tatsächlich ein Dutzend Kerle dem Aufruf zu einem Rugby-Training im Berliner Tiergarten gefolgt sind und schliesslich mit den «Berlin Bruisers» Deutschlands erstes schwules (und inklusives!) Rugby-Team gegründet haben.

Schwule und der angeblich härteste und gefährlichste Mannschaftssport? Diese Kombination evoziert bei Homo- wie Nicht-Homosexuellen verräterische Klischees wie auch die eine oder andere erotische Phantasie. Ob da wohl kraftstrotzende Muskelkerle, wie eben jene Pariser «Götter des Stadions», im sexy Sportdress hemmungslos übereinander herfallen? Oder sind die schwulen Jungs für diesen echten Männersport nicht viel zu weich, zu grazil und albern und wollen die sonst so testosterongeladene Jagd nach dem Ball bestenfalls persiflieren?

Eine schwule Rugby-Mannschaft erschüttert unweigerlich das vorherrschende Bild von Männlichkeit, auch das der nicht-heterosexuellen. Man ahnt, auf welche neckisch-schlüpfrige und lustige Inszenierungsideen beispielsweise ein Journalist eines privaten TV-Senders bei diesem Stoff verfallen wäre.

Johannes List, Jahrgang 1984, der für seinen Dokumentarfilm «Tackling Life» die Berliner Bruisers eine Saison lang mit der Kamera begleitet hat, ging es weder darum, diese schwule Rugby-Mannschaft Deutschlands als schräge Kuriosität zu inszenieren, noch darum, Klischees zu zementieren oder sie vordergründig zu zerstören. Vielmehr verfolgt der Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film München in seinem Abschluss- und Debütfilm einen ganz anderen und letztlich sehr nachliegenden Weg: Er beobachtet die Spieler bei ihren Trainingsstunden, begleitet sie zu Wettkämpfen und Vereinstreffen. Einige der Teammitglieder gewähren zudem auch Einblick in ihr Privatleben. (sissymag.de)

Dienstag, 23. April, 20:30 Uhr
Mittwoch, 24. April, 18:30 Uhr
Im Kino Rex Bern